Drei Pinots unter 10 Euro im Vergleich

Ich habe in der letzten Woche drei Pinot Noirs getestet, die alle aus unterschiedlichen Regionen stammen und saemtlich unter 10 Euro im Weinhandel erhaeltlich sind. Pinots zu diesem Preis werden vom geneigten Weintrinker immer skeptisch begutachtet, denn die Traube und deren Verarbeitung ist ein teures Vergnuegen. Die Weinstoecke der Pinots brauchen eine Menge Aufmerksamkeit, die Winzer bauen die Trauben eher in kleineren Gemengen an. Alle drei Weine sind jung und stammen dem 2006er Jahrgang ab, der aufgrund der grossen Trockenheit einerseits schwierig, andererseits vielversprechend ist.

sixfootsix Pinot aus Geelong, Mr. Frog, Taylors Pinot Noir

Mein Test beinhaltete einen sixfootsix Pinot aus Geelong, eine Flasche aus dem Yarra Valley vom renommierten Haus Yering Station, wobei ich fuer diesen Preis die Zweitmarke Mr. Frog erworben hatte, und eine Flasche Taylors Pinot Noir aus dem Clare Valley.

Der sixfootsix wird in der Geelong Gegend von der Austin Familie angebaut, die hier mit 90 acres einen der groessten Pinot Besitze Australiens fuehrt. Man merkt dem Wein an, dass in der Familie ein starker Fokus auf die Pinots gelegt wird, ein sehr fruchtiger Geschmack (Kirsche, Himbeere und auch Rhabarber kommen hindurch) und ein einfacher aber sauberer Grundton zeigen vom Koennen des Winzers. Mit 14% liegt er an der oberen Grenze meines Verstaendnisses fuer einen guten Alkoholgehalt eines Pinots, auch wenn ich zugeben muss, dass der Wein leichter ‘daherkommt’ als gedacht.

Ganz anders der Taylors Pinot aus dem Clare Valley, eine Massenmarke, die eben auch ueber die Liquor Stores der grossen Supermarktketten (Woolworth und Coles) vertrieben wird. Der Wein laesst jeden Charakter vermissen, ohne jegliche Laenge und Substanz, auch wenn die Familie Taylor auf dem Label behauptet, dass ‘wine really everything’ fuer sie sei. Ich bin von dieser Variante sehr enttaeuscht und die 14.5% lassen kaum vernuenftig meine Geschmacksknospen die unterschieldichen Aromen heraus finden.

Ganz anders der Mr. Frog aus dem Yarra Valley: wie gesagt, eine Zweitmarke zu den grossen Weinen der Yering Station (wer dem Yarra Valley einen Besuch abstattet sollte einen Abstecher in dieses praechtige Weingut auf alle Faelle einplanen) und als solche eben doch gut gepflegt, auch wenn bei diesem Preis natuerlich keine exklusive Spitzenklasse erwartet werden darf. Mir gefaellt der fruchtig, frische Charakter des Weines, ich schmecke reife, dunkle Kirschen und im Abgang ueberrascht mich der Mr. Frog extrem. Mit 13% ist dieser Pinot ein exzellenter Sommerrotwein und das zu einem wirklich guten Preis.

Der Gewinner dieser Serie ist fuer mich nach langem hin und her der sixfootsix aus Geelong, denn er wirkt als selbstaendiger Vertreter einer jungen Pinot-Winzergeneration am rundesten. Knapp dahinter folgt der Mr. Frog und leider weit abgeschlagen der PN der Taylors.

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Comments

Hallo Herr Brecht,
Ein grossartiger Vergleich dreier sehr unterschiedlicher Pinotweine. Bitte mehr davon! Wir sind bereits jetzt grosse fans Ihres Blocks und haben den Gewinnerwine gestern abend erfolgreich probiert. Unser Eindruck deckt sich mit ihrem, der sixfoot ist ein frischer und preislich interesanter Wein. So sind wir jetzt gespannt auf den nachfolgenden Beitrag.

Besten Gruss aus Adelaide
Jenny Holmes

[...] judged their Pinot Noirs to be a very nice drop, read more about its win in our 3-Pinot challenge here (sadly in German language [...]

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