“No wood - no good”
Posted on October 28th, 2007
John Glaetzer ist der Mann, dem wir unsere Ueberschrift verdanken; ein Star der australischen Weinszene, vielfach preisgekroent und lange Jahre dem Wolf Blass Weinimperium vorstehend. Sein Satz drueckt aus, was in den letzten 20 Jahren die (vor allem Rot-)Weine downunders auszeichnete: ein phaenomenales Wachstum auf der Basis von Geschmacksanreicherungen durch Holz, mehr Holz, und noch mehr Holz.
Holz hat in dieser Zeit die Funktion des Aromastoffes uebernommen und aus meiner Sicht haben die australischen Winzer dessen Einfluss uebertrieben. Neben den romantisch anmutenden Holzfaessern finden wir Holzplanken in moderneren Faessern, aus Frankreich oder den USA stammend, altes Holz, neues Eichenholz - kurz: dem Spieltrieb sind keine Grenzen gesetzt. Mehr Eichenholz stand zumeist auch fuer einen hoeheren Alkoholgehalt, ich denke, dass gerade die Rotweine der 90er Jahre vielfach den Geschmack des Traubensaftes durch diese Einfluesse uebertuencht haben. Gerade die kraeftigen Cabernets und Shiraz aus Australien wurden somit als Wein fuer ein gepflegtes Abendessen ungeeignet - zu heftig waren unsere Geschmacksknospen mit den wulstigen Aromen belegt, als dass wir das jeweilige Diner geniessen konnten.
Doch, eine Trendwende zeichnet sich ab. Wie so haeufig wird eine solche Wende durch den Konsumenten getrieben. Hier downunder wuenschen die Gaeste in den Restaurants einen leichteren Wein zu ihrem Abendessen, nicht zuletzt die strikten Regeln fuer das Bewegen des eigenen KFZ, sondern auch die inzwischen erstklassige Kueche in den Grossstaedten laesst die Nachfrage nach weniger Holz- und Alkoholgeschmack ansteigen.
Auch die Weinjuroren selbst sind bei der Verkostung von bis zu 100 Weinen in einer Verkostung des vielen Holzes inzwischen ueberdruessig. In Australien geht der Trend zu leichteren Weinen mit eher klassischen Geschmack nach deren Fruechten - ‘less wood - more good’ ist wieder die Devise! Und das ist gut so!

