“No wood - no good”
John Glaetzer ist der Mann, dem wir unsere Ueberschrift verdanken; ein Star der australischen Weinszene, vielfach preisgekroent und lange Jahre dem Wolf Blass Weinimperium vorstehend. Sein Satz drueckt aus, was in den letzten 20 Jahren die (vor allem Rot-)Weine downunders auszeichnete: ein phaenomenales Wachstum auf der Basis von Geschmacksanreicherungen durch Holz, mehr Holz, und noch mehr Holz.
Holz hat in dieser Zeit die Funktion des Aromastoffes uebernommen und aus meiner Sicht haben die australischen Winzer dessen Einfluss uebertrieben. Neben den romantisch anmutenden Holzfaessern finden wir Holzplanken in moderneren Faessern, aus Frankreich oder den USA stammend, altes Holz, neues Eichenholz - kurz: dem Spieltrieb sind keine Grenzen gesetzt. Mehr Eichenholz stand zumeist auch fuer einen hoeheren Alkoholgehalt, ich denke, dass gerade die Rotweine der 90er Jahre vielfach den Geschmack des Traubensaftes durch diese Einfluesse uebertuencht haben. Gerade die kraeftigen Cabernets und Shiraz aus Australien wurden somit als Wein fuer ein gepflegtes Abendessen ungeeignet - zu heftig waren unsere Geschmacksknospen mit den wulstigen Aromen belegt, als dass wir das jeweilige Diner geniessen konnten.
Doch, eine Trendwende zeichnet sich ab. Wie so haeufig wird eine solche Wende durch den Konsumenten getrieben. Hier downunder wuenschen die Gaeste in den Restaurants einen leichteren Wein zu ihrem Abendessen, nicht zuletzt die strikten Regeln fuer das Bewegen des eigenen KFZ, sondern auch die inzwischen erstklassige Kueche in den Grossstaedten laesst die Nachfrage nach weniger Holz- und Alkoholgeschmack ansteigen.
Auch die Weinjuroren selbst sind bei der Verkostung von bis zu 100 Weinen in einer Verkostung des vielen Holzes inzwischen ueberdruessig. In Australien geht der Trend zu leichteren Weinen mit eher klassischen Geschmack nach deren Fruechten - ‘less wood - more good’ ist wieder die Devise! Und das ist gut so!


das ist ein interessanter blog zum Thema australische Weine, ich bin ein Fan Ihrer Berichte, eine Frage jedoch: weshalb sind australische Weine heute so schlecht vertreten in Deutschland im Vergleich zu den afrikanischen, chilenischen oder argentinischen Weinen. Ich finde in den Shops nur die Billigweine oder die Marke Penfolds.
Danke und Gruss
Lisa
Hallo Lisa,
tja Lisa, da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Es gibt in Deutschland ganz wenig gute australische Weine in den Regalen der Supermaerkte oder der speziellen Anbieter und wenn ueberhaupt, dann konzentriert sich das Angebot auf einige wenige bekanntere Anbieter. Das ist schade, denn gerade die vielen kleineren wineries bringen so hervorragende Weine hevor, wie etwas die besprochenen Pinots oder Shiraz.
Bleiben Sie am Ball, wir arbeiten derzeit an dem Thema Distribution fuer Deutschland und werten zur Zeit das feed back auf unseren Blog aus, bislang fuehlen wir uns bestaetigt in der Idee, australische Weine nach Deutschland zu bringen!!!
Besten Gruss von downunder
Michael Brecht
auch ich habe meine Erfahrungen gemacht bei der Suche nach australischen Weinen in Deutschen Regalen. Der Kaufhof hat ja eine recht grosse Auswahl an Weinen, doch leider gibt es auch dort nur die Standardmarken aus Australien. Was halten Sie eigentlich von Peter Lehman, dessen Weine sind hier in Berlin besonders viel vertreten.
Besten Dank und Gruss Mark E. aus Zehlendorf
sorry Mark, ich habe Ihren Kommentar erst heute gesehen. Auch ich habe schon im Kaufhof (in Nymphenburg) Weine uas downunder gekauft. Generell stimmt Ihre Aussage, es sind die Standardmarken vertreten, wie Penfolds, Peter Lehman, Bass oder Yalumba.
Zu Ihrer Anfrage nach Peter Lehman Weinen aus dem Barossa werde ich gerne einen eigenen Bericht verfassen, schon mal vorab kann ich sagen, dass das Spektrum seiner Weine von guenstigen Fusel bis zu absoluten Spitzenweinen reicht, mehr dazu ein ander mal.
Gruss Michael Brecht