Keine Weine von Umweltsuendern!
In Australiens suedlichstem Staat Tasmanien ist seit mehreren Jahren ein Streit um den Neubau einer Zellstofffabrik entbrannt.
Die skrupellose Holz(abbau)firma Gunns, deren ehemaliger Gewerkschaftsboss heute der Premier von Tasmanien ist, plant im Naturschutzgebiet Tamar Valley eine Zellstofffabrik zu bauen und erhielt unter der ‘alten’ Regierung John Howards ein Sonderprivileg dafuer. Der Streit der Naturschuetzer und der Firma Gunns weitet sich inzwischen auf die Weinindustrie aus.
Seit Wochen meiden die Weinkenner in Tasmanien und den Grossstaedten Sydney und Melbourne den Kauf von Weinen, an denen das Unternehmen Gunns beteiligt ist. Die Weine des groessten tasmanischen Produzenten Tamar Ridge, aber auch die Weine von Rosevears Estate, Coombend Estate und selbst von Pirie, an denen Gunns mit einer Minderheit beteiligt ist, bleiben in vielen Restaurants und im Weinhandel aussen vor. Immerhin kontrolliert Gunns etwa ein Sechstel der tasmanischen Weinproduktion, doch der Aerger der Weinkenner ist verstaendlich:
die Zellstoffabrik soll inmitten eines Naturschutzgebietes gebaut werden, deren Umweltverschmutzung dann ganz direkt die Weinanbaugebiete im Tamar Valley betrifft. Eine solche Art der Beguenstigung eines Unternehmens auf Kosten der Umwelt ist weder fuer die direkt betroffenen Menschen in Tasmanien verstaendlich, noch wird es von den Weinkennern auf dem australischen Festland hingenommen. Und darum sagen auch wir: Haende weg von Weinen aus Weinguetern mit Gunns Beteiligung.


Eine echte Schande diese pulp mill in Tasmanien. Wir bereisten diese wunderbare Insel in den letzten Wochen und sind geschockt, wie eine solche Umweltbelastung in heutigen Zeiten noch geplant und dann wohl auch umgesetzt werden kann. Und tatsaechlich haben die Restaurants in Melbourne die Weine von Tamar Ridge und Pirie Wines aus dem Sortiment genommen. Hier in Australien vollzieht sich gerade der Wandel, den viele europaeische Laender seit Jahren durchfuehren. Mit dem neuen Premier Herrn Rudd scheinen nun aber endlich auch hier downunder die Zeichen der Zeit erkannt zu sein.
Weiter so Herr Brecht, wir sind grosse Fans Ihres blogs und freuen uns auf weitere Berichte.
Ihre Tanya aus Melbourne