Zum Fest einen australischen Champagner - oder besser gesagt: Sparkling Wine
Australier gelten als Menschen des grossen Herzens: in keinem Land dieser Erde verschulden sich so viele Menschen fuer Weihnachtsgeschenke wie in downunder, und sicherlich wird neben den Geschenken selbst ein Grossteil in das Essen und Trinken des Weihnachtsabends (24.12.) und des Weihnachtstages (25.12.) gesteckt. Es ist also an der Zeit auf diesem Blog ueber das Trinkverhalten zu Weihnachten und zum Jahreswechsel zu berichten.
Vorab eine kleine Aufklaerung fuer die Leser in Europa, die noch nicht in den Genuss einer Weihnacht downunder gekommen sind: man stelle sich vor: wir messen tagsueber durchgaengig 35-40 Grad Celsius, denn wir befinden uns im Hochsommer, die Fliegen machen den Aufenthalt im Freien fast unmoeglich, der Weihnachtsbaum steht in australischen Haushalten seit spaetestens Mitte Dezember und wirkt inzwischen ein wenig welk, an echte Kerzen ist kaum zu denken, denn der australische Baum ist zwar dicht, bietet aber spaetestens nach 2 Wochen in dieser Waerme keinen Halt mehr fuer Kerzenstaender oder gar echte Kerzen daran.
In diese Situation platzt jetzt die Frage nach dem richtigen ‘bubbly’, also der Flasche mit dem Blub, welche die Herzen am weihnachtlichen Abend, oder eben am Tage der Geschenke fuer Australier, also dem 25. Dezember hoeher schlagen laesst. In den gehobenen Haeusern downunder finden wir, wie eben in Europa auch, die franzoesischen Champagners, fuer mich immer noch ein Phaenomen, denn auf den gerade einmal 34.000 offiziell anerkannten Hektar fuer Champganertraubenanbau sitzen immerhin 19.000 verschiedene Champagner-produzenten. In den 301 kleinen franzoesischen Ortschaften um Marne, Aisne und Aube finden wir die gesamte Champagnerwirtschaft versammelt, eine einzigartige Konzentration der grossen (Moet mit 2 Millionen Kaesten) und kleinen Haeuser (wie z.B. Henry Giraud der gerade einmal 250 Kaesten im Jahr produziert). Getrunken wird hier downunder Lanson (im gerade neu eroeffneten Dan Murphys bei uns in den Southern Highlands fuer ca. EUR 30.00 als Einstiegschampagner) oder Veuve Cliquot, ob Roederer Cristal, Bollinger Grand Annee oder gar Dom Perignon, die franzoesische Elite ist hier ueberall zu finden.
Und die australische Variante, mehr pragmatisch ’sparkling wine’ genannt: meine derzeitigen Favoriten sind:
1. der Jansz Sparkling: dieser tasmanische Produzent haelt eine ganze Serie an sparklings vor, die ab EUR 10,00 zu haben sind und durchaus Festtagsstimmung aufkommen lassen. Mit der jungen Nachwuchsweinmacherin Natalie Fryar haelt hier eine junge und talentierte Frau die tasmanische Fahne der cool climate sparklings hoch - fuer mich ein wirklich guter Tropfen.
2. Domaine Chandon aus dem Yarra Valley: in 2004 habe ich diesen Ableger der Chandons im Victorianischen Yarra Valley besucht, gross, hochprofessionell und erstklassig von der Qualitaet hat die Chandon Dynastie in dieser cool climate Region ihre Fuehler ausgestreckt: das Ergebnis laesst sich sehen, einer der Top sparkling wines Australiens, so z.B. der Blancs de Blancs von 2004, nicht zu unterscheiden von den franzoesischen Champagners.
3. Der Kemeny’s Hidden Label Champagne: bei diesem fuehrenden Weinhaendler Sydney’s gibt es drei verschiedene sparkling wines als sogenanntes Hidden Label, d.h. als ‘weisses Label ohne Nennung der Herkunft’. Zwei dieser Hidden labels stammen aus Victoria, eines aus Langhorne Creek, alle drei haben bei Preisen um die EUR 9,00 den Namen sparkling verdient, denn zu diesen Preisen halte ich jene Varianten als quasi unschlagbar.
Natuerlich ist meine Auswahl subjektiv, kein Wunder, denn in diesem Land existieren eine Unmenge von sparkling wines, sonnenverwoehnt, aus cool climate Gegenden, von diversen Trauben abstammend: die Massenmarken Trilogy (von Orlando als Mischung der Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier Trauben), Yellow Sparkling, Wyndhams Estate BIN 555 oder die neuseelaendischen Riesen Deutz Blancs de Blancs oder Cloudy Bay Pelorus, all jene Produzenten wissen um den wundervollen Kitzel, den ein sparkling auf der Zunge verursacht. Und von daher gilt:
geniessen Sie Ihren Sparkling Wine, ob aus der Champagne, aus Australien oder Neuseeland - wichtig ist dass sie jene Tropfen in Massen geniessen, im Kreise Ihrer Familie und dass Sie auch im kommenden Jahr unserem blog downunderwines die Treue halten. Ein frohes Fest wuenscht
Michael Brecht


ich moechte mich bei Ihnen bedanken, wir haben zum New Years eve unseren Gaesten den empfohlenen Jansz Sparkling serviert und alle waren begeistert. Trocken aber eben doch sueffig genug haben wir einige Flaschen davon genossen. Vielen Dank fuer den Tip, wir sind begeisterte Leser und freuen uns auf mehr.
Ihre Laura aus Rose Bay
I have just recently watched a TV programme where they had 2 guests doing a blind tasting of Champagnes/Sparklings. One of the guests was the Sommelier for Dom Perignon, and the other an Australian Master of Wine. They did a blind tasting of 2 French Champagnes and 3 Australian bubblies. They had to pick which two were French. It was very interesting because the Australian MW picked the 2 champagnes and the Sommelier picked Dom, of course, but surprisingly picked Tasmania’s ARRAS as a champagne! ARRAS is from the Bay of Fires Winery in Tasmania and has won numerous Gold & Silver medals. If you like French bubbles then our home-grown ARRAS is definitely worth a try.
Thanks for sharing your knowledge Michael.
Sarah from Sydney