Curlewis Reserve Pinot Noir - Rainer Breits Meisterwerk aus Geelong

Posted on January 28th, 2008

In meinem Buero stapeln sich inzwischen die Weinflaschen: auf der rechten Seite meines Beistelltisches die Leeren, jeweils mit Notizen versehen und auf der linken Seite die Weinflaschen, deren Test mir noch bevorsteht. Ich bin ein wenig beunruhigt ob der schnellen Zunahme der leeren Flaschen: viele unserer Freunde haben den Januar dazu genutzt, eine alkoholfreie Zeit fuer die Gesundung der Leber und anderer Organe einzulegen, ich hingegen trinke mehr Wein, als je zuvor. Streng nach den Regeln des australischen Weinpabstes Len Evans.

Curlewis Reserve Pinot Noir 2004

Mein heutiger Testbericht ist dem Reserve Pinot Noir aus dem Hause Curlewis gewidmet, ein kleineres aber sehr feines Weingut in Geelong, also eine Stunde westlich von Melbourne gelegen, quasi auf dem Weg zur touristisch sehr schoenen Great Ocean Road. Hier kaufte 1996 Rainer Breit mit seiner Partnerin Wendy Oliver einen Weinberg, der damals bereits 11 Jahre alte Pinot Noir Reben vorhielt. Rainer ist ein selbst-trainierter Winzer, seine musische und kuenstlerische Ader helfen ihm nach eigenem Bekunden bei der Aufgabe exzellente Weine Jahr fuer Jahr hervorzuzaubern.

Ich selbst testete den Reserve Pinot Noir von 2004, ein Wein der hier in Australien an allen Orten Hoechstpunktzahlen erhaelt. Und das zurecht, wie ich meine - seine dunkle rote Farbe, sein voller und runder Duft und seine komplexe Struktur machen deutlich, dass hier mit durchaus gesetzteren Trauben gearbeitet wird. Pinot Noir, das ist jene Traube, die so schwierig zu behandeln ist und die, sofern richtig ‘bearbeitet’, so vorzuegliche Weine hervorbringen kann. Der Reserve Pinot erinnert mich an die klassischen Burgunder, perfekte Balance des Tannin und des Eichenfassgeschmacks. Laut Rainer hat er fuer diesen Jahrgang einige neue Weinanbautechniken angewendet, um noch mehr Laenge und Fuelle zu kreieren.

Mit 14% Alkoholgehalt ist der Reserve am oberen Spektrum der Skala angesiedelt, fuer mich ein klassischer Pinot aus der Geelong Gegend. Fuer diejenigen unter uns, die ausgezeichnete Tropfen lagern koennen und wollen, so kann dieser Curlewis Reserve durchaus noch bis 2015 in Ihren Keller.

Ihr Michael Brecht

Zu Fisch nur Weisswein - stimmt das wirklich so?

Posted on January 25th, 2008

Es haelt sich in der Gastronomieszene nachhaltig die Aussage, dass Weisswein DER Wein zum Fisch (und Rotwein DER Wein zum Fleisch) seie. Nun, fuer diejenigen unter uns, die die Entwicklungen der internationalen Weine in den vergangenen Jahren verpasst haben, mag das wohl stimmen. Doch aufgepasst, da hat sich eine Menge getan:

2_wwineglasses_high_small.jpg

Fangen wir einmal ganz dekadent mit den edelsten Spritzelwassern an, egal ob franzoesischer Champagner oder Aussie Sparkling, die edelsten dieser Tropfen sind gerade richtig fuer verschiedenste Arten an Meeresfruechten, schon einmal Austern mit einem trockenen Aussie Sparkling wie dem Bay of Fires Arras probiert? Unschlagbar!

Ebenfalls wie fuereinander gemacht sind Fischgerichte und die wieder-erstarkten Rose, Sie erinnern sich: Rose war so etwas von OUT, dieses ‘nicht rot nicht weiss’ Gesoeff wollte Anfang dieses Jahrtausends niemand mehr sehen, geschweige denn trinken. Und heute: viele Wineries hier downunder haben den Rosemarkt quasi wiederentdeckt: Rose, das ist ein Getraenk fuer den Sommer, auch mittags schon geeignet. Einen leichten Rose als Wein fuer Calamari an Knoblauch - vorzueglich. Auch fuer gegrillte Prawns ist ein guter Rose eine prima Variante.

Und passt denn Rotwein auch zu Fisch: ich meine absolut JA: ein junger Pinot Noir ist immer ein wunderbarer Begleiter zu den ‘fleischhaltigen’ Fischen wie Lachs oder auch Thunfisch. Einfach ausprobieren, Sie werden begeistert sein.

Wir haben in der vergangenen Woche drei junge Pinot Noirs mit Preisen um die 10 EURO getestet - lesen Sie mehr davon in ein paar Tagen.

Bay of Fires Arras, der Dom Perignon aus Tasmanien

Posted on January 24th, 2008

Keine der bisherigen posts hat so viele visits, wie mein Bericht zu den australischen ’sparkling wines’ - die Faszination Champagner scheint auch fuer Sie meine Leser eine Besondere zu sein.

Arras in ice bucket

Ich habe den Kommentar von Sarah zum Anlass genommen und den besagten Arras Sparkling der Bay of Fire Winery aus Tasmanien zu testen. Sarah hatte geschrieben, dass ein renommierter, franzoesischer Sommelier jenen Arras in einem ‘blind tasting’ fuer einen Tropfen aus seiner franzoesischen Heimat gehalten hatte. Mehr dazu in Sarah’s Kommentar koennen Sie hier lesen.

Als grosser Fan tasmanischer Ess- und Trinkkultur nahm ich diesen Kommentar besonders gerne auf.

Und ich wurde nicht enttaeuscht. Nur handverlesene Chardonnay und Pinot Noir Trauben finden Eingang in diesen erstklassigen Aussie Sparkling. Seine Farbe ist korngelb mit einem frischen gold-gruenen Untergrund. Das Bouquet offenbart frische Zitrusduefte und sein Geschmack zeigt neben Zitrusfruechten auch Truffel oder edle Pilzaromen. Seine grossartige Laenge zeigt mir, dass dieser Arras den gallischen Champagners ebenbuertig ist, ich favorisiere ihn klar gegen die vielen ‘me to’ Champagners und kann sehr wohl nachvollziehen, dass selbst erfahrene Sommerliers jenen Sparkling fuer franzoesisch halten.

Mit 13.2% ist der 2002er Arras dezent alkoholisiert, ein ausgezeichneter Wurf des damaligen Winemakers Ed Carr, der heute nicht mehr fuer Bay of Fires taetig ist. Wir geniessen dazu frische Meeresfruechte, denn wir sind fuer ein paar Tage an die South Coast gefahren, das Leben ist hart: 30 Grad am Tage und abends seafood mit Arras - ich gruesse Sie aus dem Sommer in downunder.

Michael Brecht

Len Evans: ‘How to taste Wine’

Posted on January 15th, 2008

Als Len Evans am 17. August 2007 auf dem Parkplatz vor dem John Hunter Krankenhaus in Newcastle verstarb, stand in Australien die gesamte Weinwelt unter Schock. Sie hatten ihren Koenig verloren, oder wie Campbell Mattinson in seinem juengsten Buch ‘Why the French hate us’ schreibt: ‘There are the kings of wine regions and kings of wine varieties and even kings of wine styles, but Len Evans was the king of them all.’ Doch zu diesem Buch komme ich spaeter, ich bin noch bei dessen Lektuere.

Zum Glueck hat der legendaere Len Evans uns Notizen hinterlassen. In dem kleinen Handbuch ‘How to taste Wine‘ dokumentiert er, wie ein Wein zu verkosten ist. Das Buch ist juengst bei Barbara Beckett Publishing in Sydney erschienen.

Aus dem kleinen Wales kam Evans Mitte der 50er Jahre als Glaswaescher nach Sydney, die Glaeser in den Pubs waren allesamt von Biertrinkern in dieser Zeit. Als Director des Australian Wine Bureau, als ‘Cellarmaster’ des Bulletin und als Manager und Gruender mehrerer Weingueter (Petaluma und Tower Estate) arbeitete sich Evans in der australischen und internationalen Weinszene hinauf. In ueber 40 Jahren leitete er als Chairman die grossen und wichtigsten Wineshows Australiens, er galt international als einer der ganz grossen Weinkenner und es verging kaum ein Tag, an dem er nicht eine der koestlichsten Flaschen oeffnete.

In einem frueheren Werk schrieb er “I had a mis-spent youth. It wasn’t until I was 16 that I became interested in wine’, bis kurz vor seinem Tod behauptete er, er wuesste nach wie vor viel zu wenig davon. Und dennoch zitterte die Fachwelt vor seinen praezisen Bewertungen. Denn Len Evans war ebenso genial wie auch direkt mit seinen Weinanalysen. Er scheute sich nicht, Weine seiner Gastgeber vor versammelter Presse und Testgemeinde auseinander zu nehmen.

Len Evans war einer der fruehen Vertreter in Australien, die weniger die von Robert Parker jn. so gepushten, schweren australischen Cabernets und Shiraz Weine liebten, sondern mehr die delikaten, alten Burgunder, die Pinot Noirs, bevorzugten. Auf seine Tipps und Schulungen gehen viele der heutigen Erfolge der australischen Boutique Winzer zurueck, er stand unermuedlich fuer ein neues Bild australischen Weines im internationalen Wettbewerb.

Und doch gab es heftige Kritik an Len Evans selbst, wurde ihm doch vorgeworfen, seine Kritiken nur auf die absoluten Top Tropfen zu beschraenken. Im Alter von 40 Jahren gab er in einem Interview die folgende Antwort auf diese Kritik: ‘wissen Sie, ich habe noch ca. 30 Jahre zu leben, wenn ich jeden Tag eine Flasche Wein trinke, dann sind das noch rund 10.000 Flaschen an Wein fuer den Rest meines Lebens, da muss ich mich schon auf die guten Weine konzentrieren.’

Der ‘Chairman’, wie er liebe- und zugleich respektvoll tituliert wurde, ueberlebte drei Herzinfarkte, war Zeitgenosse und Mitgestalter des grossen Wandels der Trinkgewohnheiten der Australier und wird hier in downunder schmerzlich vermisst. Die australischen Winzer und Weinkenner troesten sich lediglich, dass Len Evans sicherlich nicht ohne einige gute Tropfen in den Himmel gestiegen ist und dort laengst deren Nachschub organisiert hat.

Abschliessend verbleibt die Frage nach dem: wie wird denn nun Wein verkostet? Davon mehr in einem gesonderten Bericht.

Ihr Michael Brecht

Interview mit Oliver von Wilpert, Inhaber des Beechworth Antiques & Wine Centre

Posted on January 8th, 2008

downunderwines: Oliver von Wilpert, gestatten Sie uns zunaechst eine persoenliche Frage: wie hat es Sie nach Australien verschlagen?
OvW: Ich bin mit 7 Jahren aus Stuttgart mit meinen Eltern nach Sydney gezogen, mein Vater bekam die Chance an der University of Sydney zu arbeiten und seither lebe ich downunder.

Beechworth Wine Centre 2008

downunderwines: Sie unterhalten in Beechworth ein Antiquitaeten und Weinzentrum, wie passt das zusammen?
OvW: Nun, im Gebaeude der alten Bank von New South Wales haben meine Frau Zita und ich eine Kombination aus europaeischen und asiatischen Antiquitaeten ausgestellt und dazu wuchs aus meiner urspruenglichen privaten Leidenschaft fuer Wein das Beechworth Wine Centre, welches die fuehrenden Tropfen dieser einzigartigen Region zusammen stellt. Zusaetzlich bieten wir im oberen Stockwerk des Gebaeudes ‚fine dining‘ fuer private Gruppen an. Haeufig treffen wir uns hier mit den Winzern der Gegend und probieren gemeinsam die besten Tropfen aus Beechworth. Was gibt es Schoeneres, als sich mit Antiquitaeten, guter Kueche und exzellenten australischen Weinen zu beschaeftigen.

downunderwines: Wie haben denn die einzelnen Winzer der Region Ihre Idee des Vertriebes in einem Weinzentrum aufgenommen?
OvW: Nun, das habe ich mir zunaechst einfacher vorgestellt. Diese Winzer und Eigentuemer der Wineries sind recht eigenartige Charaktere, manchmal ziemlich dickkoepfig und schon gar nicht unter einen Hut zu bekommen. Jeder moechte natuerlich seinen eigenen Wein im Vordergrund sehen und neidet den anderen Winzern den Erfolg. Wie gesagt, nicht gerade einfach im taeglichen Umgang.

downunderwines: Welche sind denn Ihre Favoriten von den hiesigen Wineries?
OvW: Das ist nicht so einfach zu sagen, denn gerade die juengeren Wineries haben auch schon einmal einen schwaecheren Jahrgang, ihnen fehlt da noch die Konstanz. Meine derzeitigen Favoriten sind neben den beiden Klassikern Giaconda und Savaterre die Weine von Sorrenberg, Battely und Amulet. Nicht vergessen moechte ich auch noch die Fighting Gully Road Weine und die Golden Ball Winery macht erstklassige Weine fuer einen guten Preis.

Die Weine hier aus Beechworth sind sehr unterschiedlich, das liegt an den hiesigen Bodenverhaeltnissen und den klimatischen Besonderheiten. Wir haben hier in unserer Gegend heisse Sommer und dann z.T. recht frostige Winter. Unsere Weingueter sind viel kleiner als die der grossen,bekannten Namen aus dem Barossa oder dem Margaret River, dafuer produzieren wir hier eine ausserordentlich hohe Qualitaet an Weinen.

downunderwines: Was ist denn derzeit Ihr Lieblingswein?
OvW: Nun, das haengt von der Jahreszeit ab. Heute z.B. ist es sehr heiss hier in Beechworth (Anmerkung der Redaktion: das Termometer zeigt 39 Grad, es ist australischer Sommer) – bei einem solchen Wetter trinke ich gerne einen Sorrenberg Gamay, leicht gekuehlt auf Eis, der Wein sollte eine Stunde lang geoeffnet sein, um sein volles Aroma entfalten zu koennen. Der Winzer Barry Morey hat deutschen Hintergrund und benannte sein Weingut nach einem Ort in seiner alten Heimat.

Dann haben wir die exzellenten Weine von Giaconda (der 2004er Chardonnay ist wieder einmal ‚outstanding‘) und Savaterre, die sind allerdings ausserhalb von Beechworth nur sehr schwer zu bekommen, und Battely exportiert einen Grossteil seiner Jahresproduktion in die USA. Parker liebt die schweren Shiraz von Battely und seither kaufen die Amerikaner die dortigen Bestaende leer.

downunderwines: Oliver von Wilpert, wir danken Ihnen fuer das Gespraech.

Anmerkung von downunderwines: schauen Sie ruhig einmal bei Oliver von Wilpert vorbei, in diesem grossartigen Gebaeude finden Sie neben den europaeischen Antiquitaeten viele der guten Tropfen der Region.

Beechworth: exzellente Weine vom Fusse der Victorianischen Alpen

Posted on January 7th, 2008

Auf beinahe halbem Wege zwischen Melbourne und Canberra, auf der Landseite der Victorianischen Alpen, liegt Beechworth. In den mineralhaltigen Huegeln um dieses Touristenstaedtchen finden wir heute gut zwei Dutzend Winzer. Ihre Familien gefuehrten Betriebe haben eindeutig einen italienischen oder franzoesischen Hintergrund und nutzen die Charakteristika der Gegend: das Klima und das lokale Terrain.

Im Gegensatz zu den angrenzenden Rutherglen oder auch King Valley und Glenrowan gilt Beechworth demnach als ‚Bergregion‘ – seine Geologie weist nur relativ wenige geeignete Weinboeden aufgrund des harten Granitbodens aus. Die bestehenden Hanglagen, welche die Weinreben aufnehmen koennen, zeichnen sich durch stark gepresste, mineralienreiche Erde aus, die gesamten ‚Bodenschaetze‘ sind demnach hier auf ganz wenigen Quadratmetern zusammen gepresst. Diese Bodenbeschaffenheit ermoeglicht den Anbau ganz unterschiedlicher Trauben mit einer jeweils hohen Konzentration.

Hinzu kommt das Klima: warme, sonnige Tage erlauben den Trauben eine gute Reife und kuehle Naechte geben ihnen einen guten Ausgleich.

Und so finden wir Weinbauern, die in den niedrigeren Lagen um die 260m Shiraz und Viognier in ausserordentlicher Guete anbauen, waehrend der Nachbar auf ca. 440m sowohl die heutigen australischen Stars Chardonnay und Pinot (Noir und Gris), als auch einen zunehmenden Anteil italienischer Trauben wie Sangiovese, Nebbiolo, Barbera oder Pinot Grigio wachsen laesst.

Red wine caraffe

Die Stars der hiesigen Szene sind Giaconda, Savaterre oder neuerdings auch Smith’s Vineyard und Tinker‘s Hill, allesamt 5-Sterne Winzer in der Wertung des australischen Weinpabstes Halliday. Leider sind ihre Tropfen teils sehr schwer zu bekommen, die beiden Erstgenannten verzichten gar auf eine eigene ‚Cellar Door‘, d.h. auf den direkten Vertrieb in der Winery selbst.

Ihre Jahresproduktionen sind im Vergleich zu vielen anderen australischen Winzern zu gering, die Qualitaet hingegen ausserordentlich.

Rutherglen: suesse und schwere Weine aus dem heissen Norden Victorias!

Posted on January 2nd, 2008

Einst die Heimat victorianischer Goldminen gilt die Gegend ca. 3 Stunden noerdlich von Melbourne heute als eine der Hochburgen australischer Port- und Dessertweine, sogenannter ‘fortified wines’. Dieser erste Bericht gilt Rutherglen und seinen 19 offenen Weinkellern, die alle innerhalb von wenigen Autofahrminuten miteinander verbunden sind. Ihre z.T. mehr als 150 Jahren Weinbauerfahrung, die ausserordentlich trockene und heisse Sommerzeit und die Innovationsfreude der hiesigen Winzer machen Rutherglen derzeit zu einem sehr beliebten Reiseziel von Weinfreunden aus aller Welt.

Rutherglen VIC

Keine 20 Minuten sued-westlich der ‚Grenzstadt‘ Albury (die Grenze zu New South Wales), gerade einmal 30km abseits des Freeway liegt das verschlafene Oertchen Rutherglen. Die ersten Weinbauern kamen einst aus Schottland, England und Deutschland: Campbell Wines, All Saints Winery, Chambers Rosewood oder Stanton & Killeen Wines bauten ihre Rebstoecke vor 80 bis 100 Jahren an und pflegen ihre grossartigen Besitze und stattlichen ‚Cellar Doors‘.

Rutherglen Wine map in VIC

Das lokale Information Centre hat eine grossartige Karte mit den diversen Weinrouten und beantwortet auch sonst freundlich saemtliche meiner Rueckfragen zu Wein und Winzern - ich habe leider nur wenige Stunden Zeit auf meiner Durchreise in diesem Jahr und erkundige mich daher vorab im sog. VIC.

Einige der Winzer haben maechtig Glueck gehabt in der Auswahl Ihrer Felder, denn die Grundstuecke grenzen an den ehrwuerdigen Murray River, den laengsten Fluss hier downunder. Somit sind ihre Felder nicht ganz ohne Wasser der anhaltenden Duerre ausgeliefert. Der Fluss, an dessen Ufer ich diesen Artikel in mein Notebook schreibe, hielt noch nie seit Menschengedenken so wenig Wasser,Victoria erlebt nach wie vor eine der schlimmsten Trockenheiten der australischen Geschichte. Und so wird Wasser hier zum wichtigsten Grundstoff fuer den erfolgreichen Weinanbau.

Auf dem sandigen Boden wachsen an den Rebstoecken Shiraz, die Marsanne, Muscat und Rieslingtrauben zu aeusserst reifen und vollen Weinen heran. Anders, als in den meisten Weingegenden Australiens, die ich bislang besuchte, sind die Wineries fast alle auf einer Hoehe ueber dem Meeresspiegel gelegen, endlos lange aber eben flach verlaufende Linien an Rebstoecken ziehen sich rechts und links der Strasse entlang.

Eine Besonderheit von Rutherglen stellt die Duriftraube dar, benannt nach dem Franzosen Dr. Jacques Durif, der jene Traube 1908 zunaechst in das kuehlere Yarra Vallay, und dann eben nach Rutherglen aus dem suedlichen Rhonetal brachte. Und dann treffen wir auf eine Vielzahl an Portweinen und Weinen suesser Natur. Zu diesen Weinen und ihrer Bedeutung fuer das Rutherglen Gebiet folgen gesonderte Testberichte.

Ihr Michael Brecht

© downunderwines • Powered by Wordpress • Using the Swiss Cool theme.