St. Huberts - ein ‘Nachtesten’ des 2001er Cabernet-Sauvignons aus dem Yarra Valley
Es gibt solche Tage, an denen man in den Weinlaeden Australiens auf ‘alte Schaetze’ stoesst, jene Weine, die vom jeweiligen Einzelhandel fuer ein paar Jahre gelagert wurden. Juengst wurde ich von dem Cellarmaster von Dan Murpys, einer grossen Kette mit scheinbar einem riesigen Keller, angerufen, denn er hatte ein paar Kisten von St. Huberts Cab Sav aus dem Jahre 2001 parat. ‘Dan the man’ hatte also verinnerlicht, dass ich die Weine von St. Huberts sehr schaetze und am selben Tag machte ich mich auf und kaufte ein gutes Dutzend dieser Weine aus dem Jahrgang 2001.
Tja, und was ist mein Eindruck? Den Test der 2006er Variante habe ich vor wenigen Wochen gerade publiziert, ich war so richtig angetan von diesem Jahrgang und diesem ‘cool climate’ Cabernet Sauvignon. Und jetzt kaempfe ich mit dem 2001er und ganz ehrlich, er ist ein wenig duenn, kraftlos, so ganz ohne den Charme der 2006 Version.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, denn wir trinken nach wie vor einen guten Wein, der tatsaechlich aus guter Hand stammt, aber mir fehlt der volle Geschmack und der wirklich gute Abgang der juengeren Generation. Vielleicht habe ich mir die vielen Jahre im Keller besser fuer den Wein vorgestellt, vielleicht hatte ich einfach gehofft, dass wir den kuerzlich genossenen 2006er in aelterer Version finden. Das war nicht der Fall, was mir wiederum zeigt, dass die jungen Aussie-Weine ihren aelteren Jahrgaengen haeufig ueberlegen sind.
In diesem Sinne,
Ihr Michael Brecht


