Trinken Sie doch einfach Rotwein – der ist günstiger als eine Flasche Wasser
Australische Weintrinker haben jeden Grund zu feiern: die Weinpreise, und das ist ja nicht erst seit kurzem so, werden auch in 2010 auf äusserst niedrigem Niveau verharren. Ganz gemäss dem deutschen Motto “eine Flasche Bier ist günstiger als eine Flasche Wasser” gilt selbiges für die Rotwein- und Weissweinflaschen Down Under.
Der australische Liquorgigant Dan Murphy’s bot kurz vor Neujahr sogenannte ‘Cleanskin’ Flaschen von Chardonnay oder Cabernet Merlot Weinen unter $1.99 oder gerade einmal über EUR 1.00 an, in den USA werden solche Preise als “two buck chuck” bezeichnet.
Die Ursachen für diese Preiserosion liegt bei den Winzern selbst. Steuerliche Anreize, Wein als Lifestyle Gut auf den ‘Hobby’-farmen oder auch die Blauäugigkeit der Industrie selbst haben diese überproduktion in den vergangenen Jahren angeheizt.
“We planted 75,000 hectares in seven years. We were meant to plant that in 25 years,” in Deutsch: wir haben 75.000 Hektar in den letzten sieben Jahren angepflanzt, eine Zahl die für die nächsten 25 Jahre gedacht war”, so Kevin McLintock, deputy chairman von McWilliams.
Trotz extremer Dürre, wilden Bushfeuern und der Problematik um die Wasserrechte haben australische Winzer es geschafft, einen überschuss von 100 Millionen Kisten an Wein (im Dutzend gerechnet) in 2009 zu produzieren. Das ist immerhin genug, um 400 olympische Schwimmbäder zu füllen!
Dabei hilft jetzt auch nicht, dass der australische Dollar aufgrund der Stärke der Wirtschaft Australiens gegenüber US Dollar, Pfund und Euro boomt. Exportorientierte Marken wie Penfolds, Henschke, D’Arenberg oder Mc Williams leiden unter diesem Wechselkurs, auch wenn D’Arenberg sich beispielsweise dagegen schützt und mehr als 80% seiner Exporte in Australischen Dollar abrechnet.
Wohin wird das führen? Wir werden das in den nächsten Wochen weiter analysieren, klar ist jedoch: australische Weine, die in den vergangenen Jahren so beachtlich an Qualität gewonnen haben, werden in den nächsten Jahren weiterhin zu guten Preisen erwerbbar sein.
Fragt sich nur, wie man an diese ‘Schnäppchen’ kommt.
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Australian Winemakers have managed to produce an excess capacity comparable to 400 olympic swimming pools last year – 100 million cases of wine still waiting to be sold. 2010 will continue to be a tough year for the producers allowing wine drinkers in Australia to celebrate and continue to drink excellent drops at bargain prices.
Michael Brecht
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Comments
Ich denke schon, dass die Neuseeländer eine gute Vermarktung machen, ihr Sauvignon Blanc ist ja weltweit überall vertreten. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass die Konsumenten diese Weine aufgrund des hohen Säuregehaltes nicht mehr so gerne haben und wieder verstärkt zu den Weissen aus Australien greifen. Wir trinke z.B. viel lieber einen schönen australischen Riesling aus den diversen cool climate Gebieten Down Unders.
Lieben Gruss
Tanja
[...] Süden. Wir legen derzeit für unsere Logistik die Infrastruktur fest, bald werden wir als Downunder Wines mit einem völlig neuen Konzept australische Weine nach Deutschland [...]




Die australischen Weine haben tatsächlich Einzug in die deutschen Supermärkte gehabt, ich frage mich, wie bei dem jetzigen Image die von Ihnen angesprochenen Top Weine positioniert werden sollen. Komisch ist auch, daß die Massenware aus Neuseeland nach wie vor als hochklassig ankommt. Sind Neuseeländer die besseren Vermarkter?
Ihr Sam