Es ist kein Geheimnis mehr: die Kategorie ‘Weinreisen’ ist die am stärksten wachsenden Tourismussparte in Australien. Jahrelange Investments in Cellar Doors (also die Weinkeller der Winzer), in Restaurants im Weinberg und den umliegenden Dörfern und in Übernachtungsmöglichkeiten zahlen sich nun aus.
Es sind die kleinen Boutique Hotels und Bed & Breakfasts, welche den Charme der Weingegenden prägen. Bed & Breakfast Down Under hat nichts mit den englischen B&B’s zu tun, vor denen uns unsere Eltern schon immer gewarnt haben. Durchhängende Matrazen, versiffte hochflorige Teppichböden bis hinein ins Badezimmer, welches mit seinen schicken Blümchenmustern oder in schalem Dunkelgrün jedes morgendliche Duscherlebnis um Alptraum werden lässt: das waren die B&Bs in England.Nicht so in Australien. Hier weht ein frischer Wind durch die Tourismusbranche, und die Weingegenden profitieren besonders davon. Das Hunter Valley, die Mornington Peninsula und Margaret River profitieren von den naheliegenden Großstädten Sydney, Melbourne und Perth. Doch auch in den entfernter gelegenen Orange, Beechworth oder Southern Highlands findet man die schönsten Cellar Doors und übernachtet in nahezu privatem Rahmen gleich nebenan.
Einer meiner Favoriten unserer diesjährigen Reise nach Australien ist das Bendooley Estate bei Berrima, welches auf einer Farm neben exzellenter Küche und einer tollen Book Barn Übernachtungsmöglichkeiten für kleine und große Gruppen anbietet. Leider ist 2013 bereits komplett ausgebucht, allein aus New York kommen drei Hochzeitsbuchungen, jeweils für ein gesamtes Wochenende. Der Wein wird direkt auf dem Grundstück angebaut und inzwischen in die Top Restaurants in Sydney gebracht. Entstanden ist dieses gesamte Projekt in den letzten 24 Monaten, ein Beispiel für das erfolgreiche Zusammenarbeiten von Wein- und Tourismusindustrie.
Ein Fokus liegt in diesem Jahr auf der Vermarktung der durch Bushfires besonders betroffenen Region Tasmanien. Und das wollen wir von Downunderwines gerne mit unterstützen: sofern ihr auf dem Weg nach Downunder seid, plant unbedingt ein paar Tage auf dieser südlichsten Insel Australiens mit ein. Tasmanien, das nannte ich vor Jahren einmal das Schweden Australiens, herrliches klares Wasser, angenehm warme Tage und kühle Nächte. Die Insel ist nicht besonders groß, und dennoch rate ich zu einem Aufenthalt von mindestens einer Woche.
Auf Tasmanien kann man nämlich ohne weiteres einige Tage allein in den herrlichen Weingegenden an der Ostküste verbringen und hier die Tasman Peninsula, die Gegend um Swansea, Coles Bay mit der idylischen Wineglass Bay oder auch in St Helens besuchen. Im jetzt anbrechenden Herbst sind diese Gegenden ein echter Traum. Wine Tasmania hat dafür eigens vier Weinrouten zusammengestellt, die hier näher beschrieben sind. Und wir sind uns sicher, dass vor Ort vieles dafür getan wird, dass die Gelder aus dem Tourismus den Familien zugute kommen, die bei den Bränden Haus und Hof verloren haben und jeden Cent gut gebrauchen können.
Soweit für heute,
euer Michael Brecht
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