Canberra
Pinot Gris or Grigio – a real Shooting Star here in Australia and New Zealand
Whenever I stand in front of a fridge in a bottle shop here in Australia, my eyes become overwhelmed with the many logos, different wine names and last but not least the question: which wine matches the food, we are having tonight. It happened to me again today as I was visiting Will, a wine expert in one of the bottle shops here in the Southern Highlands.
Pinot Gris and Pinot Grigio - spot the difference
We started talking about the sales during the heat wave of the last weeks and he surprised me with the fact that Pinot Gris and Grigio were really on the rise here downunder. Let us think back: in 2003 a mere 329 hectares of Pinot Gris were planted in Australia representing 0.5% of all white grapes planted here. This number has changed substantially with 2,469 hectares (following 2008 Directory) planted as Pinot Gris – an increase of 650% since 2003, representing 3.4% of all white varieties planted in Australia.
Now where is the difference between Gris and Grigio: both terms mean ‘grey’: Gris is the french word and stems from the Alsace region in north-east France, Grigio is the name of the same grape originally from Italy. Australian wineries have adopted both terms in the past years, there is no true consistency to who uses it – I suspect a bit of a rivalry originating in French or Italian heritage of the winemaker or owner of the vineyard. I have to ask Sandro Mosele from the Mornington Peninsula about this actually, he is from an Italian family with nine brothers and sisters.
And where do the best Pinot Gris and Grigio come from: in New Zealand the Marlborough region produces outstanding ones, here in Australia the cool climate regions such as the Mornington Peninsula, Tasmania, Adelaide Hills, the Southern Highlands and the Canberra region all bring out some great white Pinots.
On my way to dinner now, we’ll try a Pinots Gris from the Canberra region with our chicken tonight, I’ll keep you posted.
_____________________________________________________________________________
Pinot Gris und Grigio haben sich in den vergangenen Jahren hier in Australien enorm entwickelt. Die Anbaumenge hat sich zwischen 2004 und 2008 mehr als versechsfacht, heute sind 3.5% aller australischen Weissweine entweder Pinot Gris oder Grigio. Fuer die Verwendung des Namens gibt es keine Regel, die offiziellen Statistiken fuehren jedoch die Traube als Pinot Gris.
Wir werden heute abend einen Pinot Gris aus der Canberra Region zu unserem Huhn verkosten, ein Testbericht dazu folgt bald.
Ihr Michael Brecht
Cool Climate vor den Toren von Canberra: Lerida Estate
Auf dem Weg von Sydney nach Canberra treffen wir etwa eine halbe Autostunde vor den Toren der Hauptstadt auf den seit fuenf Jahren ausgetrockneten Lake George. Entlang dieses ehemaligen Sees ziehen sich auf der suedlichen Seite drei Wineries, die Lake George Winery, Madew Wines (vor wenigen Wochen verkauft) und eben Lerida Estate. Der Blick von den Weinbergen auf den See ist atemberaubend, sehen sie selbst:
Die Auffahrt fuehrt mich zu dem preisgekroenten Gebaeude, die Eigentuemer von Lerida Jim Lumbers und seine Frau Anne Caine hatten seinerzeit Australiens Stararchitekt Glenn Murcutt beauftragt, die Winery und Cellar Door zu bauen.
Glenn Murcutt ist weltweit bekannt als Architekt der seit Jahrzehnten umweltfreundliche Gebaeude baut, d.h. auf das Sammeln von Wasser vom Dach her achtet, genauso wie das Verwenden von Baumaterialien, die in der Herstellung moeglichst wenig Energie verbrauchen. Hier in Australien ist Murcutt so beliebt, weil er in vielen Projekten den so typischen Aussie-shed als Vorbild verwendet.
Zurueck zum eigentlichen Grund meines Besuches. Ich versuche zu erkunden, inwiefern Lerida Estate mit seinen heissen Tagen und kuehlen Naechten dem Anspruch an Weinen aus einer cool climate Region gerecht werden kann. Die saemtlich in 1997 gepflanzten Rebstoecke zeigen einen klaren Fokus auf cool climate Trauben: 60% der ca. 20 Acres (ungefaehr 5 Hektar) sind Pinottrauben, der Rest in Chardonnay, Shiraz (!), Viognier und ein wenig Merlot/Cabernet Franc aufgeteilt.
Das urspruengliche Hauptziel, exzellente Pinot Noir und Pinot Gris anzubauen, wurde inzwischen dahingehend erweitert, dass heute die Shiraz und Shiraz Viognier als Vertreter der dezenteren cool climate Roten in den Wineshows die wuchtigen Shiraz aus South Australia verdraengen. Bestes Beispiel dafuer ist der 2005er Shiraz, der in der juengsten ‘Small Winemaker Show in Sydney’ Gold erzielte und der 2006er Shiraz Viognier, der als bester Wein der Canberra Regional Wineshow 2008 ausgezeichnet wurde.
Mein Test bestaetigt diesen Trend. Der 2006er Pinot Noir ist zwar handgepflueckt, nur 11 Monate in franzoesischen Eichenfaessern gelagert und zeigt eine gute Laenge mit sehr schoenem Abgang, aber ich bin hier halt inzwischen sehr verwoehnt von den Pinots aus Victoria. Der Shiraz hingegen ist fantastisch, er hat eine sehr intensive Nase und verspricht vuerzige Aromen umlagert von Vanille und Cedararomen. Sein Abgang ist sensationell fuer einen solch jungen Wein, in weiteren 4-5 Jahren wird dieser Wein ein erstklassiger Begleiter jeder Art von Fleischgericht sein.
Ich nehme mir vor, das Restaurant im sog. Cafe Lerida an einem anderen Abend einmal aufzusuchen, Lerida Estate am Lake George, das ist eine echte Entdeckung fuer einen Fan australischer cool climate Rotweine.
Ihr MB.



