Coonawarra

Deutsche Jung Sommeliere empfiehlt Cabernet Sauvignon aus Coonawarra

In dieser Woche habe ich Silja Schmid kennen gelernt, sie ist Jung – Sommelière in einem wundervollen Schloß im Allgäu und als solche natürlich ein sehr erfahrener Gesprächspartner, was die Trinkgewohnheiten ihrer Gäste angeht.

Silja ist gerade einmal 24 Jahre alt, hat ihre Hotelfach- und Sommelierausbildung in Deutschland und Frankreich absolviert und schwärmt von australischen Rotweinen.

Ein 1994 Cabernet Sauvignon aus dem South Australian Connawarra hat es ihr besonders angetan. Der John Riddoch von Wynns Connawarra Estate ist ein sensationeller Wein, er ist nur acht Jahre jünger als meine Gesprächspartnerin und wird von den Top 1% der Cabernet Sauvignon Trauben bei Wynns produziert.

Der tief dunkelrote Wein zeigt sofort seine kräftigen Aromen von Wildbeeren, Schokolade und Minze, um den Vergleich nach Frankreich zu führen, so hatte ich den Eindruck einen Cassis zu riechen. Der vollmundige Wein mit einem starken, langen sehr weichen Abgang war mit seinen 16 Jahren in einem erstklassigen Zustand.

Doch sehen Sie selbst, was unsere junge Sommlière dazu zu sagen hat:

Ich selbst hatte einen John Riddoch aus dem Jahr 1996 bereits in Australien probiert, hier der Bericht dazu.
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I had the pleasure of interviewing Silja Schmid, young sommeliere in South Bavaria, last week.

She raved about the 1994 John Riddoch Cab Sav from Wynns Connawarra Estate. They claim, that the John Riddoch is the definitive Cabernet Sauvignon of Wynns Coonawarra Estate – produced from the top 1% of available Cabernet Sauvignon grapes and then only in the years when grapes of extraordinarily high quality are available. A great wine, even after 16 years – we decantered the bottle and filtered it, as the cork completely broke when openening the bottle.

A very dark colour with a rich, ripe and complex bouquet present a voluptuous infusion of red berry, chocolate, mint, and cassis-like Cabernet aromas merging with lifted, spicy new oak. The wine came along as full-bodied with persistent and mouth-filling ripe berry flavour and excellent structure. I have to admit, that this Cab Sav was a real highlight for this evening.

Michael Brecht


Wynns: die Legende aus dem Coonawarra

Als der Schotte John Riddoch im Jahre 1891 die ersten Reben in die fruchtbare, rote Erde im aeussersten Zipfel von South Australia pflanzte war ihm sicherlich nicht bewusst, dass hier die Geschichte eines der heute groessten Weingueter Australiens begann. Im Jahr 1896 vervollstaendigte er die ‘three gable’ winery, schauen Sie selbst auf dem Label der Flasche, da sind die ‘gabels’ gut erkennbar.

Das Coonawarra liegt ziemlich genau 450 Kilometer zwischen den beiden groesseren Staedten des Suedens: Adelaide und Melbourne, allerdings eben nicht auf dem direkten Weg zwischen diesen beiden. Das Coonawarra kaempft als eine der wenigen Regionen Australiens mit dieser logistischen Aufgabe, da die meisten Weingegenden downunder in naeherer Umgebung einer Grossstadt liegen. 450km bedeuteten Anfang des 20. Jahrhunderts eine mehrtaegige Anreise ueber schlechtest befahrbare Feldwege, staendig in grosser Gefahr durch die unzaehligen Wegelagerer. Es waren die einzigartige klimatische Konstellation (heisse Sommer mit kuehlen Naechten und eiskalte, feuchte Winde in den Wintermonaten durch die Naehe zum Ozean) und die besonderen Bodenbestandteile, die Weinvisionaere wie John Riddoch in dieser verlassenen Gegend hielten.

Michael Shiraz, 1996 Coonawarra

Nun sind die Flaggschiffe des Coonawarra seit jeher die Cabernet Sauvignons, Anfang der 90er Jahre war fast jeder 2. Rotwein, der in Australien geoeffnet wurde, ein Cab-Sav. Erst durch den unaufhaltsamen Aufstieg der Shiraz Traube (mit heute 422,000 Tonnen die mit Abstand meistgeplanzte rote Traube) oeffneten sich die Koenige des Cab-Sav anderen Sorten und so finden wir im Porteuille der Wynns heute auch erstklassige Rieslingweine und eben auch den Michael Shiraz.

Der Michael Shiraz wird nur aus den besten 5% eines Jahrganges gewonnen und ganz bewusst nur in den Jahren abgefuellt, die sich tatsaechlich fuer einen herausragenden Wein eignen. Ich oeffnete vor wenigen Tagen ein Exemplar aus dem Jahr 1996, ein Jahr, welches eines der kuehlsten der vergangenen Jahrzehnte war und daher besonders den Charakter eines ‘cool climate’ Shiraz versprach. Erst ein langer heisser Herbst hatte die Trauben zu Hoechstleistungen getrieben und damit den Naehrboden fuer volle und intensive Fruechte gelegt.

Man merkt dem Wein an, dass er zwei Jahre lang in Faessern lagern durfte (75% neue Amerikanische/25% alte Franzoesische) seine dunkle Farbe und seine intensive Nase versprachen Aussergewoehnliches. Neben einem tiefen Duft nach Schokolade und Vanille konnte ich einen Hauch von Minze erkennen, sehr verheissungsvoll. Und dann begann die Geschmacksexplosion mit reifen Fruechten und kraeftiger Schokolade bei einer fuer einen Shiraz aeusserst seidigen Laenge.

Dieser Wein verdient es, ohne jegliche Speise eingenommen zu werden, auch wenn er gut zu Steak oder Kaese passen wuerde. Das Geschmackserlebnis ist phaenomenal, mit nur 13% ist Michael’s Alkoholgehalt fuer einen australischen Shiraz geradezu zurueckhaltend. Der Michael Shiraz ueberzeugt mich in jeder Hinsicht, er ist sehr gut heute trinkbar vertraegt aber noch bis zu weitere 12-15 Jahre in ihrem Weinkeller.