Hunter Valley
Aus dem Hunter Valley an den Strand von Balmoral: Hunter Uncorked
Hunter Uncorked, das ist eine jaehrliche Praesentation der fuehrenden Winzer aus dem Hunter Valley in Balmoral. Am feinsten Strand Sydney’s bauen die Wineries ihre Staende jedes Jahr im November auf, um hier den Weinenthusiasten aus den feinen noerdlichen Stadtteilen Sydney’s, d.h. von Mosman, Balmoral oder Kirribilli ihre Tropfen zu offerieren.
Der Eintritt ist frei, ein Testglas ist fuer $7.00 zu haben und dann benoetigt man Trinkgutscheine fuer jedes Glas, welches von Ihnen getestet wird. Eine tolle Einrichtung, denn alljaehrlich kommen so viele Hundert Sydneysider auf den Hunter Geschmack. Das erstklassige Bathers Restaurant liegt genau nebenan, einmalig diese Kombination.
Welche Weine gefielen mir besonders in dieser Testserie: es waren die Semillons aus dem Hunter Valley, die 2006er sind grossartig, vor allem von McWilliams und von einer kleinen Winery namens Tower, von der ich zuvor nie gehoert hatte. Und so gilt – Mission accomplished: eine neue Hunter Winery hat mich an diesem Tag in Balmoral ueberzeugt – und ein Klassiker hat mich und viele weitere Tester hier begeistert.
Ihr Michael Brecht
Sem-Sav-Blanc – die magische Mischung macht’s
Hier downunder haben wir im vergangenen Sommer immer haeufiger einen ‘neuen’ Weissen, einen gemischten angetroffen: den Sem-Sav-Blanc. Jene Abkuerzung steht fuer die Mischung von Semillon und Sauvignon Blanc und sie kommt hier downunder im wesentlichen aus Western Australia.
Seinen Ursprung findet diese ‘Neuentdeckung’ des letzten Sommers in Frankreich, hier gilt diese Mischung als trockener, gar etwas neutraler und bewusst defensiver Drink und heisst Graves oder Entre-deux-Mers. Staubtrocken waren diese franzoesischen Mixturen, was hingegen bringen die neueren australischen Versionen:
Nun zunaechst einmal die wirklich gute Nachricht: die hiesigen Sem-Sav-Blancs sind alles andere als trocken, die Anpflanzungen von Semillon fuehrten zunaechst einmal zu Weinen, denen es an naturlicher Saeure fehlte. Fuegt man nun jedoch einen Sauvignon Blanc hinzu, so verfluechtigt sich dieser strenge Geschmack sehr schnell, der SB bringt seinen kraeftigen Geschmack mit in die ‘Ehe’. Und so wurde aus der Not in Western Australia der Sem-Sav-Blanc geboren, ein herrlich einfacher, leichter Weisser, die Australier sagen ‘quaffable’ hierzu. Und was des Hunter Valley’s Semillon und der Riesling fuer South Australia, das wurde der Sem-Sav-Blanc fuer Western Australia.
Bei Preisen um die EUR15 finden wir heute sehr ausgereifte SSBs, mit gefielen bsonders der Plantagenet Hazard Hill Semillon Sauvignon Blanc und der Voyager Estate Sauvignon Blanc Semillon, beide aus dem Jahr 2007. Mit durchschnittlich 12,5% laesst sich hierbei auch durchaus das eine oder andere Glas mehr davon trinken, ohne am naechsten Tag mit einem dicken Kopf aufzuwecken. Bei den anstehenden warmen Temperaturen in Europa empfehle ich: kuehlen Sie diesen Wein gut herunter, an besonders heissen Sommertagen werden hier downunder sogar die Eiswuerfel in den Wein hinzugegeben; soweit wuerde ich hingegen nicht gehen wollen.
Ihr Michael Brecht
Wine Hunter: Maurice O’Shea – die Legende unter Australiens Vignerons
In den vergangenen Tagen habe ich ein Buch ueber eine australische Legende gelesen: Wine Hunter handelt von Maurice O’Shea, dem Sohn einer franzoesischen Mutter und eines irischen Vaters, der nach erster Lehrphase in franzoesischen Weinguetern wie der Domaine de la Romanee-Conti zurueck nach New South Wales kehrt und im Hunter Valley seine neue Heimat findet.
Neben dem sehr persoenlichen Einblick in das Leben jenes Exzentrikers, erklaert der Autor Campbell Mattinson die diversen Auf- und Abstiege der Weingueter im Hunter Valley.
“A statistic to make your eye pop: there were a measly 20 acres of vines in the Hunter in 1835. But by 1850 there were 500 acres of vines – a 25 fold increase in 15 years, all of it planted by hand and horse and hard work – and by 1866 there were at least a thousand acres, five times that …”. O’Shea wird zum Sinnbild einer neuen Weinmachergeneration, er ist seiner Zeit voraus, denn in den fruehen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sind die australischen Weine suess und gelten als keineswegs geniessbare Tischweine. Australischer Wein ist eine klebrige Ploerre, der man im gestandenen Europa keine Beachtung schenkt.
Mit O’Shea aendert sich das, er schafft, was nur wenige Menschen in Australiens Weinindustrie fuer moeglich halten: er kultiviert die australischen Trauben zu Tischweinen, schafft durch das damals innovative Vermengen verschiedenster Trauben frische Weine, die im Laufe der Zeit die Preise der grossen Weinshows weltweit zu erobern beginnen.
Und er schafft, was viele der Weinmacher in den Zeiten der grossen Rezession nicht schaffen: durch den Verkauf von 50% seiner Anteile an seinem Familienweingut an die McWilliam Familie (aus South Australia), ueberlebt er nicht nur als einer der wenigen Weinmacher im Hunter Valley, sondern er baut somit sein Weingut und die Reputation des Hunter Valleys weit ueber die Landesgrenzen hinweg aus. Neben Max Schubert, dem Schaffer des legendaeren Penfolds Grange Weines, steigt O’Shea zum Superstar der australischen Weinszene auf, O’Shea gilt in seiner Zeit als einer der versatilsten und innovativsten Weinmacher der Welt.
Wer Geschmack daran gefunden hat, das Buch ist ueber den Verlag Hachette Australia (www.hachette.com.au) erhaeltlich, ISBN 0 7336-2125-2, die Rechte am Titelbild des Buches liegen ebenfalls beim Verlag, downunderwines arbeitet an einer Loesung, mit einem Buchpartner gemeinsam selektive Titel anbieten zu koennen.






