McLaren Vale
Zu Besuch bei d‘Arenberg in McLaren Vale – South Australian family winery revisited
Neulich durfte ich einer ganz besonderen Einladung folgen. Ungefähr 45 Minuten südlich von Adelaide befindet sich – von einem Hügel aus die Weinregion McLaren Vale überschauend – eine der feinsten Adressen des Australischen Weins: d‘Arenberg.
Das sich in vierter Generation befindende Familienunternehmen ist bekannt für Spitzenweine, wie etwa den Dead Arm Shiraz, und aber auch sehr schönen Serien von etwas erschwinglicheren Tropfen, z.B. dem Footbolt Shiraz.
Vielen ist d‘Arenberg auch durch das einprägsame Logo und dem durchaus auffallenden Namen ein Begriff. Und wie hier auf Downunder Wines schon berichtet, ist das Unternehmen auch wirtschaftlich nicht ganz ohne Erfolg.
Um zu verstehen, was d‘Arenberg so besonders macht, zeigt mir der Wine Maker Nick Martin zunächst einmal die Reben auf dem Gelände der d‘Arenberg Winery. Diese Weinstöcke haben größtenteils schon einige Jahre auf dem Buckel. „Wir erleben hier, dass weniger mehr sein kann!“ erzählt Nick mir. Zum Beispiel wird weitestgehend auf künstliche Bewässerung verzichtet. Der dadurch entstehende Stress übt sich positiv auf die Trauben aus, die zwar kleiner ausfallen, aber intensivere Charakteristika im Geschmack aufweisen.
Generell setzt man hier zugunsten der Qualität auf geringere Ertragsvolumen.
Beim der eigentlichen Weinherstellung haben die Winzer bei d‘Arenberg auch spezielle Methoden, auch wenn so manches als altmodisch gilt wie etwa die Korbpressen.
Die meisten Prozesse bei d‘Arenberg sind recht arbeitsintensiv, gibt Nick zu.
Er meint, wäre dies kein Familienunternehmen, so hätte wohl längst irgendein Buchhalter im Betrieb so einiges rationalisiert. Aber so wie die Dinge hier bei d‘Arenberg gemacht werden, kann man nicht nur besondere Qualität gewährleisten, sondern auch einen individuellen Weinstil pflegen und weiterentwickeln.
Das ist schon etwas Besonderes in Zeiten, in denen sich viele australische Wineries in der Hand größerer Unternehmen befinden, wo schneller Profit schon mal eher im Vordergrund steht.
Interessant ist auch die Vielfalt an Bodentypen der verschiedenen Weingärten, die an das Grundstück angrenzen. Eine Besonderheit von d‘Arenberg ist der Anbau von Mouverdre mit einer Geschmacksnote, die auf eine angenehme Art leicht ins Eisenhaltige sticht. Mir persönlich gefällt er am besten in Kombination mit Shiraz (48%) und Grenache (47%) im durch und durch komplexen The Cadenzia.
Krönender Abschluss nach der Führung durch die Weingärten und Produktionsanlagen und einer ausführlichen Weinprobe war ein Mittagessen in „d‘Arrys Verandah“, einem der besten Restaurants in South Australia mit einem ausgezeichnetem Ausblick über das Tal bis hoch zu den Ausläufern der Adelaide Hills.
Ich durfte mir an diesem Tag ein Bild davon machen, wie mit großer Sorgfalt, Liebe zum Detail und Sinn für Nachhaltigkeit, eine vielfältige Palette qualitativ hochwertiger Weine hervorgebracht wird. d‘Arenberg hat sich seinen ausgezeichneten Ruf in der australischen und internationalen Weinwelt durch harte Arbeit und einem hohen Anspruch an sich selbst mit Sicherheit mehr als verdient.
Umso mehr bleibt mir nach diesem Besuch aber in Erinnerung, wie sehr sich dieses sympathische Familienunternehmen seine Bodenständigkeit trotz all des Ruhmes bewahrt hat – und das ist schlicht und ergreifend einfach herrlich Australisch!
Helene Luckner aus Adelaide
__________________________________________________________________
Our South Australian wine specialist Helene spent a whole day with d’Arenberg in McLaren Vale – a magic day as she writes to us. She really enjoyed the very personal touch that wines, winery and wine makers bring across.
It is a family winery and you really can tell.
‘Mit dem Luft wird besser’ – Eindrücke von der Prowein Fachmesse aus Düsseldorf
Nein, der frisch gebackene Frühling zeigt sich hier in meiner alten Heimatstadt nicht von seiner besten Seite. Bei strömendem Regen betrete ich die Messehallen direkt am Rhein gelegen, keine 200 Meter entfernt von der Esprit Arena, in welcher gestern abend der Riese Klitschko seinen Gegner in Runde 9 auf die Bretter schickte.
Ganz so unfreundlich werde ich hier nicht empfangen, auch wenn an diesem Sonntag morgen die Schlangen zur weltgrößten Fachhandelsmesse für Wein am Eingang recht lang sind. Die Prowein ist in diesem Jahr größer als je zuvor, mehr Aussteller und, wie sich im Laufe dieses Tages zeigt, auch mehr Besucher als je zuvor.
Vom Fach sollten sie schon sein, die Menschen, die sich zum Weintesten hier eingefunden haben. Nun, zumindest am Sonntag, so wird mir von vielen Kollegen berichtet, finden wir hier auch den geneigten Hobby-alkoholiker, vom Fach wie gesagt.
In den Hallen 3-7 erwarten uns die Winzer aus aller Herren Länder, Halle 3 die Italiener (und Mazedonen, Griechen, Türken und Kroaten), Halle 4 mehrheitlich deutsche Winzer, in der Halle 5 die Franzosen und in Halle 6, na endlich, die Winzer aus Übersee inklusive der groß angekündigten ‘New World Initiative: Down2Earth‘ und natürlich unserer Australier.
Ich bin begeistert ob der Vielfalt an sprachlichen Versionen an diesem Tag, uns einigt ja alle die Liebe zum Stöffchen: die Italiener gestikulieren meist heftig bei ihren Vertriebsbemühungen, grundsätzlich in ihrer Landessprache, die Spanier hingegen (auch in Halle 6 zu finden) sind eher ruhig und haben meist zur Unterstützung eine iberische Schönheit an ihrer Seite am Stand.
Und Wein ist ja nun kein einfaches Thema, in der Übersetzung in die deutsche Sprache kommt da manch’ interessante Variante zustande: ‘mit dem Luft wird besser’ – so eine langbeinige junge Dame aus dem Osten Europas zu einem der hingebungsvoll an der Theke lehnenden Verkoster – ein Traum von einem Satz in der reichhaltigen Weinsprache, der Tester hat’s verstanden.
Nachfolgend finden Sie die Standnummern der wesentlichen australischen Anbieter, die ich mir heute angesehen habe.
Natürlich sind in Düsseldorf die ganz großen Häuser aus Down Under auch dabei, wie Hardy’s oder die Weine aus der Fosters Gruppe, aber wenn schon Wein aus Australien, dann soll es halt schon etwas Besonderes sein, und nicht die vielfach auf diesem Blog beschriebene Einheitsplörre, die sich in deutschen Supermärkten wiederfindet.
Adelaide Hills Peter Lehmann Wines 6L50 und Two Hand Wines 6M56
Clare Valley Polish Hill 6M58
Margaret River Clairaut Wines 6L50 und Stella Bella Wines 6L50
McLaren Vale Chapel Hill Wines 6L50 und D’Arenberg 6F30
Riverina Dominic Wines Australia 6L52
Upper Hunter Valley und Gundagai Yarraman Estate 6L50
Yarra Valley De Bortoli Wines 6P51
Mehr zu diversen Verkostungen und von weiteren Interviews lesen Sie in den kommenden Tagen.
___________________________________________________________________________
Prowein, this world’s largest wine fair for the global wine industry started successfully in Düsseldorf today.
It markets itself as the fair having a ‘focus on practical aspects – an abundance of tasting opportunities and a wealth of concise information’ for the visitor. Usually for the wine trade visitor only, I discover a good number of local wine enthusiasts within a lively atmosphere – the alcohol level rises minute by minute although spitting casks help to get rid of most of the liquid. A typical rainy afternoon in Germany.
I enjoy the discussions with the Australian wine makers and their European distributors, more on some of my experiences in the next days.
Michael Brecht
Einen 2006 d’Arry’s Original Shiraz Grenache – the wine that celebrates the 64th consecutive vintage
Es ist nach wie vor kalt in Deutschland, bei minus 8 Grad sind die Nächte eher frisch, auch wenn wir in den Southern Highlands kalte Abende durchaus gewöhnt waren. ‘Warm days and cool nights’ – das sind in Australien die typischen Merkmale einer cool climate Region.
e
Heute abend geniessen wir hier einen d’Arenberg d’Arrys Original Shiraz Grenache 2006, ein Wein der zu Ehren des 80. Geburtstages von d’Arry Osborne und demnach dem 64ten aufeinanderfolgenden Jahrgang seines Winzerdaseins zelebriert wird.
D’Arry’s Original gilt in Australien als einer der originalen, traditionellen, kräftigen Roten, der dank jahrzehnte alter Rebstöcke tatsächlich mit wenigen Eingriffen und einer neun Monate dauernden Lagerung in amerikanischen Eichenfässern zu einem echten Vertreter der South Australian Rotweine reift.
Mir gefällt’s, ein 50 zu 50 Shiraz Grenache, der eine wunderbare Nase hat, sein kräftiger Geschmack von Himbeere, Johannisbeeren und Waldbeeren zeugt von einem Shiraz, der eine gewisse Leichtigkeit durch die Grenache Trauben erfährt und dennoch voll mundet.
_________________________________________________
We love the D’Arenberg wines from South Australia – having visited the winery last year just outside McLaren Vale – and drinking its various wines every now and then. One of the true greats of Australian family owned wineries, d’Arenberg manages to produce outstanding wines from year to year.
The 50:50 Shiraz Grenache is a perfect fit for our steak tonight, its length and strong character help revive the message the major Australian reds want to bring across. I love it.
Michael Brecht
Two Hands, two wines, two opinions
Heute morgen erreichte uns dieser Kurzbericht von Helene aus Adelaide. Sie testete Weine der Two Hands Winery, einem der Top-Namen aus South Australia mit schweren Shiraz Weinen aus dem Barossa Valley und McLaren Vale.
Erklärtes Ziel der beiden Gründer von Two Hands ist es seit 1999, die besten Shiraz Weine des Landes hervorzubringen. Unter Sammlern sind die vollen Roten so beliebt, weil sie gut mehr als 10-15 Jahre in den Kellern lagern können und erst dann ihre volle Klasse zeigen.
Hier also der Bericht von Helene:
Über Geschmack kann man sich bekanntermaßen schlecht streiten. Glücklicherweise sind die Shiraz der Winery Two Hands aus dem Barossa Valley ausgesprochen vielfältig. Meine Mitbewohnerin mag den etwas weicheren Angels’ Share, dessen Trauben eigentlich aus dem McLaren Vale stammen. Mir persönlich gefällt der Gnarly Dudes besser, gerade weil er so schön pfefferig ist. Dabei sind die 15% Alkohol beindruckend gut ausbalanciert.
________________________________________________________________________________
How good that Shiraz’ of the Winery Two Hands in the Barossa Valley cater for many different palates.
My flat mate prefers the rather smooth Angels’ Share Shiraz derived from McLaren Vale grapes, while I am a big fan of the more peppery Gnarly Dudes. Its 15% alcohol are certainly a lot, however they are extraordinarily well balanced.
Helene Luckner
BYO – bring your own bottle Down Under – so werden Gäste zu Freunden
In Australien gilt für die meisten der privaten Einladungen: BYO – das steht für ‘Bring Your Own’ und führt, wie bei uns am vergangenen Wochenende zu etwas grösseren Flaschen-ansammlungen am Tage danach.
Sehen Sie selbst:
BYO ist ein grossartiger Brauch, letztlich bringe ich das Getränk mit, welches ich besonders gerne selbst trinke. Oder es wird, wie am vergangenen Wochenende eben, eine sehr bunte Ansammlung an Weinen (und Bieren), deren tiefergehende Analyse ich hier jedoch nicht vornehmen möchte.
Nur soviel sei gesagt: wir hatten vom Massenweisswein aus dem Hause Wolf Blass oder Jacobs Creek über diverse lokale Tropfen wie Tertini und Cuttaway Hill ein paar fantastische Köstlichkeiten, wie etwa einen d’Arenberg Dead Arm von 1999 oder einen Teusner Albert Shiraz aus dem Jahre 2006.
_________________________________________________________________________
BYO – bring your own needs to be explained to our European subscribers – Australians love bringing their own wine to parties.
We had a big Christmas bash with our friends last weekend, the results can be seen on the photo above.
Michael Brecht
d’Arenberg halbiert Gewinn – still beats the big boys in wine Down Under
Es gibt gute und schlechte Nachrichten für einen meiner Favoriten aus South Australia – der d’Arenberg Winery. Jüngst in den USA zur Winery of the Year vom ‘Wine & Spirits Magazine’ gewählt mussten die stolzen Osbornes in dieser Woche verkünden, dass die Gewinne in dem im Juli abgelaufenen Geschäftsjahr dramatisch eingebrochen sind.
Das ist nicht neu, denn sämtliche Grossen der australischen Weinzunft haben derzeit Probleme. Die Foster’s Group verkündet ja schon beinahe traditionell jedes Quartal, dass ihre Weinsparte verlustreich ist. Australian Vintage (zuvor noch als McGuigan Wines bekannt) berichtete gar dreistellige Millionenverluste. In der letzten Woche ‘erwischte’ es mit De Bortoli eine feste Grösse aus dem viktorianischen Yarra Valley.
Und jetzt eben d’Arenberg – mit einem feinen Unterschied: in dieser familiengeführten Winery aus dem McLaren Vale werden eben auch in einem schlechten Jahr noch schwarze Zahlen geschrieben und nicht, wie bei den vielen börsennotierten Wineries seit Jahren rote Zahlen. Der Gewinn ist zwar um 50 Prozent eingebrochen, doch neben der Wirtschaftskrise liegt einer der Hauptgründe in der Stärke des australischen Dollars.
____________________________________________________________________________
Global financial crisis – the Australian wine-glut and an extremely strong local currency make life difficult for Australian wineries. D’Arenberg reported a drop of 50% in its annual profit, the big boys from Down Under like Foster’s, Australian Vintage or De Bortoli even reported losses, some of them more than AUD100m strong.
You need deep pockets to survive in the Australian wine trade – or you need an excellent niche strategy with consistently high achieving wines, such as delivered by the best Boutique wineries Down Under.
Michael Brecht
Axel from Hamburg joins our series ‘my drink today’ – australischer Wein in Deutschland
Vintage 2002 South Australian Cabernet Sauvignon/Shiraz is the wine of the day for Axel from Hamburg. He writes:
Autumn is coming on. A cold and rainy day in Hamburg (Germany), the trees have withered leaves in yellow and red.
It’s very comfortable in our heated apartment. A variety of aged French cheese on the table is waiting for consumption. I open a bottle of vintage 2002 South Australian Cabernet Sauvignon/Shiraz from Tatachilla Partners, a not overpriced winery that is located in McLaren Vale.
Great stuff! Rich, vibrant blackberry and plum fruit flavors are well integrated with spicy oak characters. It fits perfectly to our aged cheese – and the weather outside. In Germany it’s not easy to buy ambitious Australian reds for reasonable prices because of limited offers.
Glad I have this one – a very good choice!
___________________________________________
Axel aus Hamburg hat uns den Post gesendet. ‘My drink today’ ist für ihn ein 2002er Cabernet Sauvignon Shiraz von Tatachilla. Ein Wein, der sehr gut in das kalte Novemberwetter in Deutschland’s Norden passt.
Vielen Dank für diesen Post – schreiben auch Sie uns einfach ein email mit Photo von Ihrem australischen Wein. Auf geht’s.
Ihr Michael Brecht
Australian wine maker dumps cork for German exports – der Schraubverschluss auf allen Flaschen des Rosemount Estate
Und so argumentiert Rosemount für den in Australien üblichen Schraubverschluss:
“Ab sofort füllt Rosemount Estate alle Weine in Flaschen mit Schraubverschluss ab. Denn der Schraubverschluss
- schaltet das Risiko eines Korkfehlers aus,
- garantiert auch langfristig einen zuverlässigen Verschluss,
- lässt Weine gleichmässig reifen und verhindert Qualitäts-Schwankungen,
- erlaubt die stehende Lagerung und ein müheloses Verschliessen bereits geöffneter Flaschen,
- ist unsere Garantie fuer Qualität, Frucht und Frische!”
So die Worte der Rosemount Estate als Beilage zu jeder verkauften Flasche. Im Bild sehen Sie die Cellar Door des Rosemount Estate in McLaren Vale.
Ich kann diese Einstellung der Rosemounts nur unterstützen. Erst letzte Woche habe ich einen Wein Jahrgang 2004 aus dem Yarra Valley aus meinem Keller hervor geholt und der Wein hatte schlimmsten Korken. Je nachdem welchen Statistiker man fragt sind zwischen 5% und 9% aller Flaschen mit Korken fehlerhaft – machen Sie sich doch einmal die Mühe und sortieren Sie jede 10. Flasche aus Ihrem Weinregal aus: so und diese aussortierten Flaschen jetzt ‘virtuell’ wegschütten – eine schreckliche Erfahrung.
Die Lösung ist der Schraubverschluss ich habe ja bereits mehrfach davon auf diesem Blog berichtet. Auch die emotional behafteten Korkenfans werden sich an diese Fakten noch gewöhnen.
_______________________________________
Rosemount Estate ist currently educating European wine drinkers to become open minded about the use of screwcaps. They have scrapped the usage of corks completely over here in Germany – good on them.
Michael Brecht












