Yarra Valley
Charity Dinner in the Geelong wine region
We have seen many reports about the bushfires here down under that devastated large areas of rural Victoria in the past weeks. Many wine regions between Bendigo in the West and the Yarra Valley in the East are affected. With most fires now under control, the residents and business of these areas begin to rebuild their lives.
And it is amazing, how Australians stood up to help their fellow countrymen, millions raised throughout the country in spontaneous help. Here in the Southern Highlands I hardly know any shop, that hasn’t got a white container at its cash register collecting money for bushfire victims. There is also a large number of fund raising events in wineries and restaurants, raising much needed funds for the Red Cross Bush Fire Appeal.
I received an invitation today to join a fund-raising dinner in the Geelong region, a few kilometers west of Melbourne. On Friday 6 March there will be a charity dinner at Bellarine Estates’ Julian’s restaurant from 6.30pm for a cost of $70 for a 4 course meal, and drinks at bar prices.
To everyone reading this blog and either living or traveling in the Geelong area, this is your chance to help. Staff and Suppliers have donated their time and food so all proceeds will be donated to the Red Cross Bush Fire Appeal – good on you.
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Nachdem die meisten Braende unter Kontrolle sind, beginnt fuer die Menschen in den Brandgebieten Viktoria’s der Wiederaufbau ihrer Existenz. Unzaehlige Sammlungen haben in den vergangenen Tagen Millionen von Dollars fuer die Betroffenen zusammen gebracht. Ich erhielt heute eine Einladung zu einem Charity Dinner in der Geelong Gegend. In dem renommierten Bellarine Estates’ Julian’s restaurant koennen Sie lokale Weine und vorzuegliches Essen geniessen, die gesamten Einnahmen gehen an das Rote Kreuz. Melden Sie sich an, wenn Sie in der Naehe sind, und helfen Sie den Betroffenen in den Brandgebieten.
‘Good on you’ sagen wir hier in Australien zu Initiativen wie dieser.
Ihr Michael Brecht
St. Huberts – ein ‘Nachtesten’ des 2001er Cabernet-Sauvignons aus dem Yarra Valley
Es gibt solche Tage, an denen man in den Weinlaeden Australiens auf ‘alte Schaetze’ stoesst, jene Weine, die vom jeweiligen Einzelhandel fuer ein paar Jahre gelagert wurden. Juengst wurde ich von dem Cellarmaster von Dan Murpys, einer grossen Kette mit scheinbar einem riesigen Keller, angerufen, denn er hatte ein paar Kisten von St. Huberts Cab Sav aus dem Jahre 2001 parat. ‘Dan the man’ hatte also verinnerlicht, dass ich die Weine von St. Huberts sehr schaetze und am selben Tag machte ich mich auf und kaufte ein gutes Dutzend dieser Weine aus dem Jahrgang 2001.
Tja, und was ist mein Eindruck? Den Test der 2006er Variante habe ich vor wenigen Wochen gerade publiziert, ich war so richtig angetan von diesem Jahrgang und diesem ‘cool climate’ Cabernet Sauvignon. Und jetzt kaempfe ich mit dem 2001er und ganz ehrlich, er ist ein wenig duenn, kraftlos, so ganz ohne den Charme der 2006 Version.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, denn wir trinken nach wie vor einen guten Wein, der tatsaechlich aus guter Hand stammt, aber mir fehlt der volle Geschmack und der wirklich gute Abgang der juengeren Generation. Vielleicht habe ich mir die vielen Jahre im Keller besser fuer den Wein vorgestellt, vielleicht hatte ich einfach gehofft, dass wir den kuerzlich genossenen 2006er in aelterer Version finden. Das war nicht der Fall, was mir wiederum zeigt, dass die jungen Aussie-Weine ihren aelteren Jahrgaengen haeufig ueberlegen sind.
In diesem Sinne,
Ihr Michael Brecht
Cabernet Sauvignon aus dem Yarra Valley
Hubert de Castella gilt als einer der Pioniere des australischen Weinbaus, bereits im Jahre 1862 pflanzte er den St. Huberts Weinberg, eine Lage, die heute noch als eine der besten Lagen Australiens fuer sog. cool climate Cabernet Sauvignons gilt. Gleich ausserhalb von Coldstream im beruehmten Yarra Valley gelegen, ist der Tastingraum in einem schlichten Aussie Shed untergebracht, hier zeugen diverse Photos von der Zeit des Weinanbaus im letzten Jahrhundert.
1880 gewann er mit seinen Weinen den Preis des erfolgreichsten Winzers der Melbourne International Exhibition, vor wenigen Jahren jedoch verkauften seine Nachfahren an den Weinkonzern Fosters. Ich selbst versuche mit diesem blog ja gerade die kleineren Winzer vorzustellen, an St. Huberts komme ich jedoch nicht vorbei, auch wenn seine Verkaufszahlen wesentlich durch die Fosters Vertriebsmannschaft gepusht werden.
St. Huberts gilt heute nach wie vor als Qualitaetsmarke und als solche ist vielen Australiern nicht bekannt, dass die Marke nun im grossen Fosters Konzern mitschwimmt. Ein spaeter Nachkomme ist Damien de Castella, der heute als Viticulturalist seine Hand im Weinberg von St. Huberts anlegt. Ich habe kuerzlich den 2006 Cabernet Sauvignon getestet und war wieder einmal begeistert: der 2006 Jahrgang war ein frueher Jahrgang, ein warmes und sehr trockenes Klima sorgte fuer perfekte Bedingungen fuer diese spaet heranreifende Rebsorte.
Der 2006er St.Huberts Cab-Sav ist ein mittelschwerer Wein mit herrlichen Pflaumen und Schwarzbeeraromen, da er noch recht jung ist empfehle ich die Verwendung eines Dekanters und die Oeffnung ca. 1 Stunde vor dem Genuss. Der Wein laesst sich hervorragend fuer weitere 10-12 Jahre lagern, ist allerdings auch heute schon ein sehr guter Tropfen zu Steak oder Lamm. Sehr angenehm ist, dass wir es hier mit einem Cab-Sav zu tun haben, der mit 14% durchaus am unteren Ende der Alkoholskala liegt.
Ihr Michael Brecht
Einstiegs Pinot Noir aus dem Yarra Valley
Heute moechte ich Ihnen von meiner neuesten Entdeckung eines guten Pinot Noirs berichten, der fuer einen Preis unter 10 EUR zu haben ist.
Der ‘Clos Pierre’ ist ein Pinot Noir produziert aus Trauben von diversen Weinhaengen des Yarra Valley, gemacht vom Weinmacher in der fuenften Generation der Winzerfamilie Naigeo. Pierre Naigeo verwirklichte somit einen persoenlichen Traum, denn im gelingt mit diesem Pinot Noir ein wirklich guter Wein:
Handgepflueckte Trauben, in offener Fermentierung verarbeitet und in franzoesischen Faessern gealtert (zwischen 12 und 15 Monate lang) gelingt ihm ein Wein mit reichhaltigem Kirsch- und Pflaumengeschmack, wirklich grossartig ist die Laenge dieses Pinot Noirs, der mit 14% Alkoholgehalt eher am oberen Ende der Pinot Alk-skala landet.
Australien entdeckt gerade seine Weine, die aus diversen Lagen gesammelt den Charakter eines Tales, wie etwas hier dem Yarra Valley Ausdruck geben. Der Clos Pierres aus dem Yarra Valley ist ein guter Wurf, mit unter 10 EUR fuer die Flasche ist er ein absolutes Schnaeppchen und verdient unsere Empfehlung.
MB
TarraWarra – erstklassige Weine aus dem Yarra Valley
Innerhalb von 20 Jahren hat die Familie Besen im Yarra Valley ein absolutes Prunkstueck geschaffen, das TarraWarra Estate. Das Weingut erstreckt sich ueber 400 Hektar, die meisten Reben wurden in 1983 angebaut.
Neben einem preisgekroenten Restaurant und erstklassigen Konferenzraeumen eroeffnet sich dem Besucher seit Anfang 2004 ein Museum, welches in vieler Hinsicht einzigartig ist. Umgeben von Weinreben und einem traumhaften Gelaende schaffen es die TarraWarras, international bekannte Kuenstler in diesem Museum auszustellen und so das Interesse fuer Kunst mit dem schoensten Hobby an sich, der Kunst des Weines, zu verbinden.
Das Yarra Valley ist fuer seine cool climate Weine bekannt, und so ist es kein Wunder dass die Flagschiffe von TarraWarra die Chardonnay und Pinot Noir Weine sind. Leider gelingt es uns Endkunden nicht immer, die besten Weine im Handel zu erwerben, so ist beispielsweise die gesamte Restposition an Pinot Noirs aus dem Jahre 2003 fuer die 1. Klasse der Qantas Fluglinie abgezogen worden. Mein Tipp: fliegen Sie 1. Klasse nach Australien mit der australischen Airline, dann kommen Sie ganz automatisch in den Genuss der TarraWarra Pinots von 2003.
Ich probierte kuerzlich den exklusiven Nachfolger, den Reserve Pinot Noir von 2004, ein wunderbarer Wein mit all den Qualitaeten eines erstklassigen Pinots. Der 2004er Jahrgang war relativ kuehl, so dass der Zuckergehalt in den Trauben weniger stark war. Dennoch gelingt der Weinmacherin Clare Halloran hier erneut ein wirklich kraeftiger Pinot mit einer grossartigen Nase. Ich schmeckte Waldbeeren und genoss den grossartigen Abgang, fuer einen jungen Pinot erstaunlich rund. Einzig stoerte mich die ‘Verpackung’: ein verkorkter Pinot Noir ist in Australien heute selten und die Korken rufen in mir immer einen gewissen Grad an Unsicherheit hervor. Das ist zwar fuer viele Europaeer immer noch ein Wunder, aber glauben Sie mir: Pinot Noirs werden heute nicht mehr verkorkt, fortschrittliche Winzer nutzen hier die vielen Vorteile des Schraubverschlusses.
Wenn Sie also ein wenig Zeit auf der Rundreise durch Australien haben, so sollten Sie das Yarra Valley als Abstecher unbedingt einplanen – das TarraWarra Estate ist hier eine der ersten Adressen.
Ihr Michael Brecht
Aus dem Yarra Valley: grosse Schritte (Giant Steps) der Familie Sexton
Es war schon ein grosser Schritt, den die Sextons vor fast genau 10 Jahren vollbrachten: Phil und Allison Sexton zogen aus dem heissen Margaret River in das kuehlere Yarra Valley, also aus dem westlichsten Landesteil Australiens (Western Australia) in den Suedosten des Landes, nach Viktoria. Sie tauschten ihren Devil’s Lair Vineyard im neuen und ‘lauten’ Kultweingebiet suedlich von Perth gegen das eher klassische und fuer australische Verhaeltnisse alteingesessene und daher ruhigere Yarra Valley ein. Der Name fuer ihre neue Winery ‘Giant Steps’ wiederum fand seinen Ursprung in einem Jazzalbum des Jazz-Saxophonisten John Coltrane aus Manhattan.
Die Sextons unterhalten sowohl eigene Weinreben an ihrem steilen, gen Norden liegenden Hang im Yarra Valley, als sind sie auch Kaeufer von klar abgegrenzten Trauben aus dedizierten Anbauten quer durch das Tal, jeweils an Orten, die sie fuer die geeignesten halten fuer die jeweilige Rebsorte selbst.
Neben solch beruehmten Weinguetern wie Tarrawarra oder Yarra Junction wachsen also Trauben fuer die Verarbeitung in den Sexton Weinen, eine gute Ergaenzung der hauseigenen Trauben und fuer mich ein cleverer Schachzug in der Verwendung der jeweils besten Trauben einer ganzen Weinregion.
Ich stiess auf den 2005er Giant Steps Pinot Noir ihres Sexton Vineyards am vergangenen Wochenende, vermittelt von keinem weniger, als dem Chef der Fine Wines der australischen Weinkette Dan Murphy’s, die wiederum zur groessten Supermarktkette Australiens, Woolworth, gehoert. Caton beschrieb mir den Giant Steps Pinot Noir als einen der besten Pinots des 2005er Jahrgangs, schilderte mir die Herkunft und Kenntnisse seiner Weinmacher und so war ich denn schnell ueberredet.
Das label zeigt hinter einem gezeichneten Engel eine aufschwingende Treppe vor Gewitterwolken ueber weiten Feldern mit Weinreben, nicht gerade mein Ideal an bildlicher Einfuehrung fuer einen frischen, jungen Pinot.
Dann jedoch oeffne ich die Flasche (wie bei den meisten erfolgreichen Winzern auch hier ein Schraubverschluss) und alsbald vernehme ich einen Duft von Pflaumen und dunklen Kirschen, gespickt mit ein wenig Karamel: ein wohliger Geschmack mit einer ausgezeichneten Laenge zeigt mir dann die wahre Staerke dieses Pinot Noirs, seine kraeftiger Grundton zeigt mir, dass dieser Pinot durchaus mittleres Reifealter besitzt, eine Beschaffenheit, die ich laengst nicht jedem Pinot Noir zugestehe.
Mit 13.4% ist der Giant Steps Pinot Noir am unteren Ende der Alkoholskala von Pinots, ich beginne diesen Tropfen zu geniessen und nehme mir vor, weitere Weine dieses Hauses in den naechsten Wochen zu testen, denn mein neuer Bekannter von Dan Murphy hat recht: die Sextons verstehen ihr Weinhandwerk, dieser Pinot Noir gehoert zu den ‘erwachsenen Weinen’ aus dem Yarra Valley.
Drei Pinots unter 10 Euro im Vergleich
Ich habe in der letzten Woche drei Pinot Noirs getestet, die alle aus unterschiedlichen Regionen stammen und saemtlich unter 10 Euro im Weinhandel erhaeltlich sind. Pinots zu diesem Preis werden vom geneigten Weintrinker immer skeptisch begutachtet, denn die Traube und deren Verarbeitung ist ein teures Vergnuegen. Die Weinstoecke der Pinots brauchen eine Menge Aufmerksamkeit, die Winzer bauen die Trauben eher in kleineren Gemengen an. Alle drei Weine sind jung und stammen dem 2006er Jahrgang ab, der aufgrund der grossen Trockenheit einerseits schwierig, andererseits vielversprechend ist.
Mein Test beinhaltete einen sixfootsix Pinot aus Geelong, eine Flasche aus dem Yarra Valley vom renommierten Haus Yering Station, wobei ich fuer diesen Preis die Zweitmarke Mr. Frog erworben hatte, und eine Flasche Taylors Pinot Noir aus dem Clare Valley.
Der sixfootsix wird in der Geelong Gegend von der Austin Familie angebaut, die hier mit 90 acres einen der groessten Pinot Besitze Australiens fuehrt. Man merkt dem Wein an, dass in der Familie ein starker Fokus auf die Pinots gelegt wird, ein sehr fruchtiger Geschmack (Kirsche, Himbeere und auch Rhabarber kommen hindurch) und ein einfacher aber sauberer Grundton zeigen vom Koennen des Winzers. Mit 14% liegt er an der oberen Grenze meines Verstaendnisses fuer einen guten Alkoholgehalt eines Pinots, auch wenn ich zugeben muss, dass der Wein leichter ‘daherkommt’ als gedacht.
Ganz anders der Taylors Pinot aus dem Clare Valley, eine Massenmarke, die eben auch ueber die Liquor Stores der grossen Supermarktketten (Woolworth und Coles) vertrieben wird. Der Wein laesst jeden Charakter vermissen, ohne jegliche Laenge und Substanz, auch wenn die Familie Taylor auf dem Label behauptet, dass ‘wine really everything’ fuer sie sei. Ich bin von dieser Variante sehr enttaeuscht und die 14.5% lassen kaum vernuenftig meine Geschmacksknospen die unterschieldichen Aromen heraus finden.
Ganz anders der Mr. Frog aus dem Yarra Valley: wie gesagt, eine Zweitmarke zu den grossen Weinen der Yering Station (wer dem Yarra Valley einen Besuch abstattet sollte einen Abstecher in dieses praechtige Weingut auf alle Faelle einplanen) und als solche eben doch gut gepflegt, auch wenn bei diesem Preis natuerlich keine exklusive Spitzenklasse erwartet werden darf. Mir gefaellt der fruchtig, frische Charakter des Weines, ich schmecke reife, dunkle Kirschen und im Abgang ueberrascht mich der Mr. Frog extrem. Mit 13% ist dieser Pinot ein exzellenter Sommerrotwein und das zu einem wirklich guten Preis.
Der Gewinner dieser Serie ist fuer mich nach langem hin und her der sixfootsix aus Geelong, denn er wirkt als selbstaendiger Vertreter einer jungen Pinot-Winzergeneration am rundesten. Knapp dahinter folgt der Mr. Frog und leider weit abgeschlagen der PN der Taylors.








