James Halliday

Die australische Bibel für die Weinfreaks Down Under

Der 28. Juli ist in diesem Jahr für alle Freunde des Weines ein besonderer Tag: der australische Weinpabst James Halliday stellt seinen ‘Wine Companion 2011′ vor.

James Halliday Wine Companion

James Halliday Wine Companion

Hier entscheiden sich für rund 2,600 Winzer Australiens, wieviele Sterne die Winery selbst und welche Benotung die dazugehörigen Weine erhalten haben. Five Stars – das ist das Ziel und vielfach der Traum der Winzer.

Ich selbst habe letztes Jahr mit Halliday gesprochen, im Jahr davor hat er mir ein Interview für Downunder Wines gegeben. Er selbst ist ein sehr netter und eher zurückhaltender Kerl, ‘down to earth’ wie die Australier sagen und da kommen die Weine ja schließlich auch her.

Viel Spaß bei der Lektüre der einzelnen Resultate im Buch selbst, wir werden in den kommenden Wochen vom ein oder anderen Winzer und dessen Ergebnissen berichten.

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The results are in: James Halliday’s Wine Companion is out today and all the fears and hopes of the Australian wine industry for this year are now published. There is no way back, most of the ‘winners’ have already published their PR statements, Printhie Wines from Orange for example sent me their newsletter early this morning indicating, they were the first winery in the Orange region getting the red five stars sign from Halliday.

“The third consecutive 5 star rating for Printhie has elevated the rating to 5 Red Stars and places Printhie in the top 3.3% of Australia’s wine producers listed in James Halliday’s 2011 Wine Companion database of over 2600 winemakers. They are described as an “outstanding winery regularly producing wines of exemplary quality and typicity.””

Good on them, well done and keep up the good work mates.

Ihr Michael Brecht


Why not take a Chilean wine instead – soll’s nicht besser ein Chilene sein?

In den vergangenen Wochen habe ich auf meiner Reise durch Deutschland viele Weinhändler besucht, ich habe die grossen Supermarktketten frequentiert und diverse Weinkataloge studiert.

Australische Weine im Regal

Australische Weine im Regal

Das Ergebnis meiner Recherche ist die überzeugung, dass Deutschland von ganz wenigen australischen Lieferanten bedient wird und dass das Gros der Weine in deutschen Regalen mit der Weinsituation Down Under nicht viel gemein hat.

Ich habe ja bereits mehrere Artikel zu der Situation in deutschen Supermaerkten geschrieben, die Reaktionen auf posts wie ‘Low Cost – low profile‘ waren teils recht heftig. Mehrere Konsumenten verurteilten meine Sicht auf die australischen ‘Chateau Migraines’ in den Regalen der Supermaerkte als snobistisch – es muss doch auch für wenige Euro gute Weine geben, war deren Kritik.

Dieser Aussage stehe ich keineswegs negativ gegenüber – auch ich habe bei Aldi schon gute Weine erworben, allerdings nicht aus Australien.

Die australischen Weine, die wir Konsumenten im deutschen Einzelhandel präsentiert bekommen, haben leider sehr sehr wenig nur mit dem Angebot zu tun, welches wir in Australien selbst vorfinden. Die Präsentation eines armseligen Chardonnays von Penfolds im Kaufhof als einzigem australischen Weisswein ist ein unrühmliches Beispiel für diesen Mangel an Vielfalt.

Weinhaendler in Koeln Marienburg

Weinhaendler in Koeln Marienburg

Der auf die gehobenere Kundschaft zielende deutsche Einzelhandel ist auch nicht viel besser: Jacques Weindepot in der feinen Kölner Marienburg beispielsweise führt zwei (2!!!) australische Weissweine im Programm, ein Billigprodukt von Penfolds und einen Hardy’s Weissen fuer unter 10 Euro.

Nein meine Aussage ist: so lange wir in den Regalen der Kaufhofs und Jacques Weindepots keine grössere Vielfalt bekommen, so lange dürfen wir uns nicht wundern, dass Weine aus Chile, Argentinien oder Kalifornien einen hoeheren Stellenwert im Geschmacksmuster deutscher Weintrinker bekommen. Schade eigentlich.

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Australian wine in Germany’s retail is hard to find, under represented and losing market share as its image is eroding fast. One Australian white wine in Kaufhof’s department store, two of them in a higher-end retailer Jacques Weindepot don’t represent the breadth of Australian white wine culture, even the consumer wanting to buy Australian wine has trouble doing so. Australian wine in Germany’s retail – this isn’t a success story.

Michael Brecht


Australia’s favourite wine guide released yesterday: James Halliday’s 2010 edition

Each year towards the end of the month of July Australia’s wine industry awaits the arrival of the release of its bible: the Australian Wine Companion, published by the Australian ‘wine-pope’ James Halliday. I had the chance to interview James Halliday last year when he was releasing last year’s edition and found him a very pleasant and remarkably relaxed person.

James Halliday launches Wine Companion in Sydney

James Halliday launches Wine Companion in Sydney

This year’s guide holds tasting notes of 5,884 wines, it includes 148 new wineries and vintage rating charts for each wine region downunder.

For some wineries, this is the highlight of the year as they rely on sales coming out of (hopefully good) ratings from Halliday. For others, it is not even worth entering as they hardly see any results coming out of this guide. A third category is the group of wineries, that scores well in the Companion but due to the lack of stock runs out of their highly scoring wines shortly after the release of the book.

Tertini Wines from the Southern Highlands is such an example. This year they score 4.5 stars in Halliday’s companion, a very nice result for such a young winery, in particular after being judged a 3 star winery last year. This year’s result is a great endorsement for winemaker, viticulturist and everyone involved, though the success is only one step on Julian Tertini’s long term plans for his wine-making business. The problem though is that its highest scoring wine, a private cellar collection Riesling 2006 only exists in very limited quantities and will not last very long.

Never mind, the companion was launched yesterday and will be great reading material for the wine enthusiast in Australia and beyond.
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Australien’s Weinpabst James Halliday bringt alljaehrlich seinen Wine Companion in dieser australischen Winterszeit heraus, dieses Jahr testete er alleine 5.884 Weine. Die australischen Winzer warten gespannt auf die Ergebnisse, fuer viele von ihnen ist eine gute Benotung in dem Fuehrer bestes Marketingmittel beim Vertrieb ihrer Tropfen. Fuer viele Weine, die besonders gut bei Halliday abschneiden gilt leider, dass deren Auflage sehr knapp bemessen ist und haeufig findet man daher das Schild ‘sold out’ in der Cellar Door.

Ihr Michael Brecht


James Halliday im Interview in Sydney – 2. Teil

Hier nun die Fortsetzung meines Gespraeches mit James Halliday, den ich zuvor als den Weinpabst Australiens bezeichnete, aufgezeichnet in Sydney zur Vorstellung seines neuen Wine Companions 2009:

downunderwines meets James Halliday

downunderwines meets James Halliday

dowunderwines: Herr Halliday, wie schwierig ist es eigentlich, die Benotungen fuer die einzelnen Weine und Wineries aufzustellen?

Halliday: Oh Gott, das ist ein abendfuellendes Thema, aber generell gilt, dass eine Menge Disziplin und Konzentration dazu gehoert. Sie muessen sich vorstellen, wir testen taeglich 150-170 Weine, fuehren Buch ueber Produzenten, die Variety, und vermerken auf den Testberichten genaueste Details ueber Alkoholgehalt, Preise, Geruch, Geschmack und so weiter.

downunderwines: Nennen Sie uns doch bitte ein persoenliches Highlight aus Ihrem Buch?

Halliday: Tja, da gibt es viele, es gibt Ueberraschungen, angenehme und weniger angenehme, es gibt grossartige Weine von Winzern, die ganz neu auf der Karte erscheinen, aber ein highlight ist bestimmt die Wahl fuer die Kategory ‘Winery of the Year’. Hier gab es in diesem Jahr ungefaehr ein Dutzend Bewerber um diesen Titel.

Ich hatte mich zunaechst fuer die tasmanische Winery ‘Bay of Fires’ entschieden und als ich meinen Bericht dazu begann, so wechselte ich dann doch zu Brookland Valley Winery vom Margaret River. Letztere hat immerhin acht Weine mit 94 Punkten oder mehr erzielt, das ist schon sehr beachtlich. Es freut mich, dass das Brookland Team nach vielen Jahren harter Arbeit diesen Titel erstmalig erobern konnte.

downunderwines: Bay of Fires oder Brookland Valley, beide sind sicherlich grossartige Wineries hier downunder. Und nun verraten Sie uns doch bitte noch, welchen Wein Sie heute abend nach diesem anstrengenden Tag hier in Sydney geniessen werden?

Halliday (lacht erneut): Das ist garnicht so einfach. Wie Sie ja wissen, bin ich ein grosser Freund von Pinot Noir Weinen. (Er blaettert in seinem neuesten Werk). Also, wenn ich mich da jetzt festlegen sollte, so wuerde ich mich jetzt fuer eine Flasche Bindi Wine Growers Block 5 von den Macedon Ranges entscheiden. Jener Pinot hat mit 96 Punkten einen der Top-Plaetze der Pinot Noirs Australiens erzielt und macht mir grossen Spass.

downunderwines: Herr Halliday, wir danken Ihnen fuer dieses Gespraech.

Und so bestaetigt James Halliday mein Bestreben, dass es in Australien eine fantastische Anzahl Wineries gibt, die erstklassige Weine produzieren. Auch er weiss, dass in Europa diese Weine wenig bekannt sind, Halliday bestaerkt mich in dem Bestreben, australische Boutique Wineries weiterhin der deutschsprachigen Kundschaft in Europa naeher zu bringen. Nun denn, wir arbeiten daran und freuen uns auf die vielen weiteren Tests …

Ihr Michael Brecht


Interview mit dem australischen Weinpabst – 1. Teil

Heute hatte ich das grosse Vergnuegen, den australischen Weinpabst James Halliday zu interviewen. Halliday weilt derzeit in Sydney um sein neues Buch vorzustellen und so traf ich ihn am Rande einer Unterschriftenaktion auf der George Street in Sydney’s CBD.

Alljaehrlich wartet die gesamte australische Weinindustrie gespannt auf den ‘Australian Wine Companion“, dieses ist der definitive Fuehrer rund um australische Weine. Der Companion fuer 2009 liegt nun druckfrisch vor mir, die persoenliche Widmung von James Halliday macht das Werk noch spannender, als es seine Vorgaenger fuer mich jedes Jahr schon waren.

Meeting James Halliday

Meeting James Halliday

Die nachfolgenden Fragen stellte ich James Halliday im Anschluss an seine Autogrammstunde in einer Buchhandlung in Sydney:

downunderwines: James Halliday, es ist uns ein Vergnuegen, mit Ihnen ueber Ihr neues Jahreswerk zu sprechen, wie geht es Ihnen nach dem Test von beinahe 6,000 Weinen?

Halliday (lacht): Sie haben recht, es ist schon erstaunlich wenn man sieht, wieviele Weine da jedes Jahr zusammenkommen. In diesem Jahr haben wir Weine von 169 neuen Wineries in das Buch aufgenommen, in den vergangenen 5 Jahren sind ganze 1.100 neue Wineries dabei, das sind mehr als im ganzen Weinfuehrer des Jahres 2000 zusammen genommen.

downunderwines: Nun mal ganz ehrlich, wie schaffen Sie es, diese Anzahl an Weinen zu probieren und dann auch noch zu qualifizieren?

Halliday: Tja, zunaechst einmal bekommt man mit den Jahren hierfuer eine gewisse Routine. Hinzu kommt eine grosse Disziplin und ein eingespieltes Team, denn die Logistik mit dieser Anzahl an Flaschen ist schon beachtlich. Und dann habe ich in diesem Jahr erstmalig einen Co-Tester mit an Bord genommen. Mein alter Weggefaehrte Ben Edwards, seines Zeichens Chef der Australian Sommeliers Association, ist mit all seinem Wissen und seiner Erfahrung an meiner Seite gewesen. Ihm schulde ich grossen Dank fuer seine Mithilfe an diesem Buch.

Mehr von diesem Interview in meinem naechsten Eintrag.

Auf bald,
Ihr Michael Brecht


Beechworth: exzellente Weine vom Fusse der Victorianischen Alpen

Auf beinahe halbem Wege zwischen Melbourne und Canberra, auf der Landseite der Victorianischen Alpen, liegt Beechworth. In den mineralhaltigen Huegeln um dieses Touristenstaedtchen finden wir heute gut zwei Dutzend Winzer. Ihre Familien gefuehrten Betriebe haben eindeutig einen italienischen oder franzoesischen Hintergrund und nutzen die Charakteristika der Gegend: das Klima und das lokale Terrain.

Im Gegensatz zu den angrenzenden Rutherglen oder auch King Valley und Glenrowan gilt Beechworth demnach als ‚Bergregion‘ – seine Geologie weist nur relativ wenige geeignete Weinboeden aufgrund des harten Granitbodens aus. Die bestehenden Hanglagen, welche die Weinreben aufnehmen koennen, zeichnen sich durch stark gepresste, mineralienreiche Erde aus, die gesamten ‚Bodenschaetze‘ sind demnach hier auf ganz wenigen Quadratmetern zusammen gepresst. Diese Bodenbeschaffenheit ermoeglicht den Anbau ganz unterschiedlicher Trauben mit einer jeweils hohen Konzentration.

Hinzu kommt das Klima: warme, sonnige Tage erlauben den Trauben eine gute Reife und kuehle Naechte geben ihnen einen guten Ausgleich.

Und so finden wir Weinbauern, die in den niedrigeren Lagen um die 260m Shiraz und Viognier in ausserordentlicher Guete anbauen, waehrend der Nachbar auf ca. 440m sowohl die heutigen australischen Stars Chardonnay und Pinot (Noir und Gris), als auch einen zunehmenden Anteil italienischer Trauben wie Sangiovese, Nebbiolo, Barbera oder Pinot Grigio wachsen laesst.

Red wine caraffe

Die Stars der hiesigen Szene sind Giaconda, Savaterre oder neuerdings auch Smith’s Vineyard und Tinker‘s Hill, allesamt 5-Sterne Winzer in der Wertung des australischen Weinpabstes Halliday. Leider sind ihre Tropfen teils sehr schwer zu bekommen, die beiden Erstgenannten verzichten gar auf eine eigene ‚Cellar Door‘, d.h. auf den direkten Vertrieb in der Winery selbst.

Ihre Jahresproduktionen sind im Vergleich zu vielen anderen australischen Winzern zu gering, die Qualitaet hingegen ausserordentlich.