Sparkling
Eine Frohe Weihnacht – Merry Christmas 2008
Ich wunesche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und erholsame Tage im Kreise Ihrer Familien. Waehrend in Deutschland bei kalten Temperaturen die schweren Shiraz und Cab Savs aus dem Keller geholt werden, herrschen hier downunder die Sparkling Weine und leichten Weissweine vor.
Hier downunder wird am 25. = Christmas Day das Weihnachtsfest gefeiert, nach einer morgendlichen Bescherung trifft sich meist die erweiterte Familie zu einem ausgedehnten Lunch. Meeresfruechte, Fisch und kaltes Fleisch beherrschen die Speisekarte, die Temperaturen hier in Australien liegen derzeit gut ueber 30 Grad, mancherorts wird auch die 40 Grad Marke ueberschritten.
Downunderwines bedankt sich bei Ihnen fuer die Treue in diesem Jahr, wir werden in 2009 ein paar Veraenderungen vornehmen, doch dazu ein ander mal mehr.
Merry Christmas – Ihr Michael Brecht
Melbourne Cup Day in Australia
Melbourne Cup, das ist das wichtigste und groesste Pferderennen hier downunder, die Aussies sagen so schoen: ‘the race that stops the nation’. Um 3 Uhr nachmittages geht dann garnichts mehr, gross und klein sitzen vor den Fernsehern oder sind auf einer der vielen Parties, die allerorts gehalten werden. Nicht nur auf dem Racecourse des Flemington Racecourse in Melbourne, sondern auch auf den weiteren Rennplaetzen des Landes wird gefeiert. So sind in Sydney Tausende Rennbegeisterte auf dem Randwick Racetrack versammelt, obwohl dort lediglich eine Riesenleinwand aufgebaut ist.
Und was wird getrunken? Diese Frage habe ich dem Top Manager von Dan Murphy’s Jamie McKaughan gestern gestellt – seine Antwort war eindeutig: Bubbly! Aussie Sparkling! Seit Samstag locken die Einzelhaendler mit Sonderangeboten fuer sparklings, und die Australier decken sich auch in diesem Jahr wieder ordentlich ein, denn die Korken knallen an diesem Cup Day – landauf und landab.
Und wer auf den diesjaehrigen Gewinner “Viewed” gesetzt hat, der ist jetzt besonders gluecklich, denn mit diesem Aussenseiter konnte man an den hiesigen Wettboersen ein kleines Vermoegen verdienen. Cheers!
Ihr Michael Brecht
Hardys Sir James- Eleganz und Tradition
Ausgestattet mit vielen Goldmedaillen der Wineshows in Rutherglen, Perth und Brisbane kam dieser Sir James aus der beruehmten Familie Hardy als Mitbringsel am Samstagabend in unser Haus. Ausgestattet mit den feinsten Pinot Noir und Chardonnay Trauben versprach diese Flasche einen koestlichen Inhalt und so oeffneten wir die Flasche unverzueglich.
Wie ueberhaupt in Australien das Oeffnen der mitgebrachten Weinflaschen ueblich ist. Der Australier trinkt gern, was er selbst dem Gastgeber schenkt. Ausnahme hier ist lediglich der Fall, dass ein schwerer Cabernet wohl selten zu einem Fischgericht passt, hier muss dann erst die Nachspeise abgewartet werden. Beachten Sie also, dass ihr Mitbringsel meist direkt auf den Tisch kommt und versuchen Sie daher nicht, die letzte abgestaubte Flasche “Chateau Migraine”, die die letzten Jahre unter ihrer Kellertreppe darbte, Ihrem Gastgeber anzudrehen – quasi aus Selbstschutz.
Zurueck zu Sir James, jener war Namensgeber dieses Aussie Sparkling, ein Leben lang hat er als Winemaker der Familie Hardy sich dem Wein, der Familienehre und seinem grossen Hobby, dem Segeln verschrieben. Von daher hat diese Flasche es auch verdient, besonders zu sein. Ein Blick in mein Glas verraet mir, dass wir es mit einer sehr guten Qualitaet zu tun haben, ein leichter Zitrusduft macht Lust auf den ersten Schluck und fuer einen Australier erstaunlich trocken und mit einer ausgezeichneten Laenge wirkt dann der Top-Sparkling der Hardys in meiner durstigen Kehle. Tatsaechlich erinnert mich dieser Tropfen an die echten franzoesischen Champagner, er bringt diese grossartige Eleganz mit sich.
Fermentiert in der Flasche und ausgestattet mit 12,5% ist der Sir James ein edler und schoener Tropfen nach einem warmen Tag, viel Spass dabei.
Zu Fisch nur Weisswein – stimmt das wirklich so?
Es haelt sich in der Gastronomieszene nachhaltig die Aussage, dass Weisswein DER Wein zum Fisch (und Rotwein DER Wein zum Fleisch) seie. Nun, fuer diejenigen unter uns, die die Entwicklungen der internationalen Weine in den vergangenen Jahren verpasst haben, mag das wohl stimmen. Doch aufgepasst, da hat sich eine Menge getan:
Fangen wir einmal ganz dekadent mit den edelsten Spritzelwassern an, egal ob franzoesischer Champagner oder Aussie Sparkling, die edelsten dieser Tropfen sind gerade richtig fuer verschiedenste Arten an Meeresfruechten, schon einmal Austern mit einem trockenen Aussie Sparkling wie dem Bay of Fires Arras probiert? Unschlagbar!
Ebenfalls wie fuereinander gemacht sind Fischgerichte und die wieder-erstarkten Rose, Sie erinnern sich: Rose war so etwas von OUT, dieses ‘nicht rot nicht weiss’ Gesoeff wollte Anfang dieses Jahrtausends niemand mehr sehen, geschweige denn trinken. Und heute: viele Wineries hier downunder haben den Rosemarkt quasi wiederentdeckt: Rose, das ist ein Getraenk fuer den Sommer, auch mittags schon geeignet. Einen leichten Rose als Wein fuer Calamari an Knoblauch – vorzueglich. Auch fuer gegrillte Prawns ist ein guter Rose eine prima Variante.
Und passt denn Rotwein auch zu Fisch: ich meine absolut JA: ein junger Pinot Noir ist immer ein wunderbarer Begleiter zu den ‘fleischhaltigen’ Fischen wie Lachs oder auch Thunfisch. Einfach ausprobieren, Sie werden begeistert sein.
Wir haben in der vergangenen Woche drei junge Pinot Noirs mit Preisen um die 10 EURO getestet – lesen Sie mehr davon in ein paar Tagen.
Bay of Fires Arras, der Dom Perignon aus Tasmanien
Keine der bisherigen posts hat so viele visits, wie mein Bericht zu den australischen ‘sparkling wines’ – die Faszination Champagner scheint auch fuer Sie meine Leser eine Besondere zu sein.
Ich habe den Kommentar von Sarah zum Anlass genommen und den besagten Arras Sparkling der Bay of Fire Winery aus Tasmanien zu testen. Sarah hatte geschrieben, dass ein renommierter, franzoesischer Sommelier jenen Arras in einem ‘blind tasting’ fuer einen Tropfen aus seiner franzoesischen Heimat gehalten hatte. Mehr dazu in Sarah’s Kommentar koennen Sie hier lesen.
Als grosser Fan tasmanischer Ess- und Trinkkultur nahm ich diesen Kommentar besonders gerne auf.
Und ich wurde nicht enttaeuscht. Nur handverlesene Chardonnay und Pinot Noir Trauben finden Eingang in diesen erstklassigen Aussie Sparkling. Seine Farbe ist korngelb mit einem frischen gold-gruenen Untergrund. Das Bouquet offenbart frische Zitrusduefte und sein Geschmack zeigt neben Zitrusfruechten auch Truffel oder edle Pilzaromen. Seine grossartige Laenge zeigt mir, dass dieser Arras den gallischen Champagners ebenbuertig ist, ich favorisiere ihn klar gegen die vielen ‘me to’ Champagners und kann sehr wohl nachvollziehen, dass selbst erfahrene Sommerliers jenen Sparkling fuer franzoesisch halten.
Mit 13.2% ist der 2002er Arras dezent alkoholisiert, ein ausgezeichneter Wurf des damaligen Winemakers Ed Carr, der heute nicht mehr fuer Bay of Fires taetig ist. Wir geniessen dazu frische Meeresfruechte, denn wir sind fuer ein paar Tage an die South Coast gefahren, das Leben ist hart: 30 Grad am Tage und abends seafood mit Arras – ich gruesse Sie aus dem Sommer in downunder.
Michael Brecht
Zum Fest einen australischen Champagner – oder besser gesagt: Sparkling Wine
Australier gelten als Menschen des grossen Herzens: in keinem Land dieser Erde verschulden sich so viele Menschen fuer Weihnachtsgeschenke wie in downunder, und sicherlich wird neben den Geschenken selbst ein Grossteil in das Essen und Trinken des Weihnachtsabends (24.12.) und des Weihnachtstages (25.12.) gesteckt. Es ist also an der Zeit auf diesem Blog ueber das Trinkverhalten zu Weihnachten und zum Jahreswechsel zu berichten.
Vorab eine kleine Aufklaerung fuer die Leser in Europa, die noch nicht in den Genuss einer Weihnacht downunder gekommen sind: man stelle sich vor: wir messen tagsueber durchgaengig 35-40 Grad Celsius, denn wir befinden uns im Hochsommer, die Fliegen machen den Aufenthalt im Freien fast unmoeglich, der Weihnachtsbaum steht in australischen Haushalten seit spaetestens Mitte Dezember und wirkt inzwischen ein wenig welk, an echte Kerzen ist kaum zu denken, denn der australische Baum ist zwar dicht, bietet aber spaetestens nach 2 Wochen in dieser Waerme keinen Halt mehr fuer Kerzenstaender oder gar echte Kerzen daran.
In diese Situation platzt jetzt die Frage nach dem richtigen ‘bubbly’, also der Flasche mit dem Blub, welche die Herzen am weihnachtlichen Abend, oder eben am Tage der Geschenke fuer Australier, also dem 25. Dezember hoeher schlagen laesst. In den gehobenen Haeusern downunder finden wir, wie eben in Europa auch, die franzoesischen Champagners, fuer mich immer noch ein Phaenomen, denn auf den gerade einmal 34.000 offiziell anerkannten Hektar fuer Champagnertraubenanbau sitzen immerhin 19.000 verschiedene Champagner-produzenten. In den 301 kleinen franzoesischen Ortschaften um Marne, Aisne und Aube finden wir die gesamte Champagnerwirtschaft versammelt, eine einzigartige Konzentration der grossen (Moet mit 2 Millionen Kaesten) und kleinen Haeuser (wie z.B. Henry Giraud der gerade einmal 250 Kaesten im Jahr produziert). Getrunken wird hier downunder Lanson (im gerade neu eroeffneten Dan Murphys bei uns in den Southern Highlands fuer ca. EUR 30.00 als Einstiegschampagner) oder Veuve Cliquot, ob Roederer Cristal, Bollinger Grand Annee oder gar Dom Perignon, die franzoesische Elite ist hier ueberall zu finden.
Und die australische Variante, mehr pragmatisch ‘sparkling wine’ genannt: meine derzeitigen Favoriten sind:
1. der Jansz Sparkling: dieser tasmanische Produzent haelt eine ganze Serie an sparklings vor, die ab EUR 10,00 zu haben sind und durchaus Festtagsstimmung aufkommen lassen. Mit der jungen Nachwuchsweinmacherin Natalie Fryar haelt hier eine junge und talentierte Frau die tasmanische Fahne der cool climate sparklings hoch – fuer mich ein wirklich guter Tropfen.
2. Domaine Chandon aus dem Yarra Valley: in 2004 habe ich diesen Ableger der Chandons im Victorianischen Yarra Valley besucht, gross, hochprofessionell und erstklassig von der Qualitaet hat die Chandon Dynastie in dieser cool climate Region ihre Fuehler ausgestreckt: das Ergebnis laesst sich sehen, einer der Top sparkling wines Australiens, so z.B. der Blancs de Blancs von 2004, nicht zu unterscheiden von den franzoesischen Champagners.
3. Der Kemeny’s Hidden Label Champagne: bei diesem fuehrenden Weinhaendler Sydney’s gibt es drei verschiedene sparkling wines als sogenanntes Hidden Label, d.h. als ‘weisses Label ohne Nennung der Herkunft’. Zwei dieser Hidden labels stammen aus Victoria, eines aus Langhorne Creek, alle drei haben bei Preisen um die EUR 9,00 den Namen sparkling verdient, denn zu diesen Preisen halte ich jene Varianten als quasi unschlagbar.
Natuerlich ist meine Auswahl subjektiv, kein Wunder, denn in diesem Land existieren eine Unmenge von sparkling wines, sonnenverwoehnt, aus cool climate Gegenden, von diversen Trauben abstammend: die Massenmarken Trilogy (von Orlando als Mischung der Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier Trauben), Yellow Sparkling, Wyndhams Estate BIN 555 oder die neuseelaendischen Riesen Deutz Blancs de Blancs oder Cloudy Bay Pelorus, all jene Produzenten wissen um den wundervollen Kitzel, den ein sparkling auf der Zunge verursacht. Und von daher gilt:
geniessen Sie Ihren Sparkling Wine, ob aus der Champagne, aus Australien oder Neuseeland – wichtig ist dass sie jene Tropfen in Massen geniessen, im Kreise Ihrer Familie und dass Sie auch im kommenden Jahr unserem blog downunderwines die Treue halten. Ein frohes Fest wuenscht
Michael Brecht




