Methode Tasmanoise by Jansz – sparkling at Sydney Airport
I love traveling in Down Under. My favourite sport at Australian airports is ad-spotting – there is always a new, fun advertisement surprising travellers from all over the world.
Today I found ‘Methode Tasmanoise’ – my favourite sparkling for an Australian sun-downer in oversize combined with the french-tassie play of word. I absolutely love it.

Tasmanian Sparkling in Sydney
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Ich bin ein grosser Fan von australischen Flughaefen. Hier finde ich jedes Mal eine neue, witzige Werbung, mein Mobile ist gluecklicherweise immer griffbereit.
Heute kam ich an meinem australischen Lieblings-Sparkling (Champagne duerfen wir hier ja nicht sagen) vorbei, die Methode Tasmanoise ist ein schoenes Wortspiel.
Ihr Michael Brecht
Pinot Gris or Grigio – a real Shooting Star here in Australia and New Zealand
Whenever I stand in front of a fridge in a bottle shop here in Australia, my eyes become overwhelmed with the many logos, different wine names and last but not least the question: which wine matches the food, we are having tonight. It happened to me again today as I was visiting Will, a wine expert in one of the bottle shops here in the Southern Highlands.
Pinot Gris and Pinot Grigio - spot the difference
We started talking about the sales during the heat wave of the last weeks and he surprised me with the fact that Pinot Gris and Grigio were really on the rise here downunder. Let us think back: in 2003 a mere 329 hectares of Pinot Gris were planted in Australia representing 0.5% of all white grapes planted here. This number has changed substantially with 2,469 hectares (following 2008 Directory) planted as Pinot Gris – an increase of 650% since 2003, representing 3.4% of all white varieties planted in Australia.
Now where is the difference between Gris and Grigio: both terms mean ‘grey’: Gris is the french word and stems from the Alsace region in north-east France, Grigio is the name of the same grape originally from Italy. Australian wineries have adopted both terms in the past years, there is no true consistency to who uses it – I suspect a bit of a rivalry originating in French or Italian heritage of the winemaker or owner of the vineyard. I have to ask Sandro Mosele from the Mornington Peninsula about this actually, he is from an Italian family with nine brothers and sisters.
And where do the best Pinot Gris and Grigio come from: in New Zealand the Marlborough region produces outstanding ones, here in Australia the cool climate regions such as the Mornington Peninsula, Tasmania, Adelaide Hills, the Southern Highlands and the Canberra region all bring out some great white Pinots.
On my way to dinner now, we’ll try a Pinots Gris from the Canberra region with our chicken tonight, I’ll keep you posted.
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Pinot Gris und Grigio haben sich in den vergangenen Jahren hier in Australien enorm entwickelt. Die Anbaumenge hat sich zwischen 2004 und 2008 mehr als versechsfacht, heute sind 3.5% aller australischen Weissweine entweder Pinot Gris oder Grigio. Fuer die Verwendung des Namens gibt es keine Regel, die offiziellen Statistiken fuehren jedoch die Traube als Pinot Gris.
Wir werden heute abend einen Pinot Gris aus der Canberra Region zu unserem Huhn verkosten, ein Testbericht dazu folgt bald.
Ihr Michael Brecht
James Halliday im Interview in Sydney – 2. Teil
Hier nun die Fortsetzung meines Gespraeches mit James Halliday, den ich zuvor als den Weinpabst Australiens bezeichnete, aufgezeichnet in Sydney zur Vorstellung seines neuen Wine Companions 2009:
dowunderwines: Herr Halliday, wie schwierig ist es eigentlich, die Benotungen fuer die einzelnen Weine und Wineries aufzustellen?
Halliday: Oh Gott, das ist ein abendfuellendes Thema, aber generell gilt, dass eine Menge Disziplin und Konzentration dazu gehoert. Sie muessen sich vorstellen, wir testen taeglich 150-170 Weine, fuehren Buch ueber Produzenten, die Variety, und vermerken auf den Testberichten genaueste Details ueber Alkoholgehalt, Preise, Geruch, Geschmack und so weiter.
downunderwines: Nennen Sie uns doch bitte ein persoenliches Highlight aus Ihrem Buch?
Halliday: Tja, da gibt es viele, es gibt Ueberraschungen, angenehme und weniger angenehme, es gibt grossartige Weine von Winzern, die ganz neu auf der Karte erscheinen, aber ein highlight ist bestimmt die Wahl fuer die Kategory ‘Winery of the Year’. Hier gab es in diesem Jahr ungefaehr ein Dutzend Bewerber um diesen Titel.
Ich hatte mich zunaechst fuer die tasmanische Winery ‘Bay of Fires’ entschieden und als ich meinen Bericht dazu begann, so wechselte ich dann doch zu Brookland Valley Winery vom Margaret River. Letztere hat immerhin acht Weine mit 94 Punkten oder mehr erzielt, das ist schon sehr beachtlich. Es freut mich, dass das Brookland Team nach vielen Jahren harter Arbeit diesen Titel erstmalig erobern konnte.
downunderwines: Bay of Fires oder Brookland Valley, beide sind sicherlich grossartige Wineries hier downunder. Und nun verraten Sie uns doch bitte noch, welchen Wein Sie heute abend nach diesem anstrengenden Tag hier in Sydney geniessen werden?
Halliday (lacht erneut): Das ist garnicht so einfach. Wie Sie ja wissen, bin ich ein grosser Freund von Pinot Noir Weinen. (Er blaettert in seinem neuesten Werk). Also, wenn ich mich da jetzt festlegen sollte, so wuerde ich mich jetzt fuer eine Flasche Bindi Wine Growers Block 5 von den Macedon Ranges entscheiden. Jener Pinot hat mit 96 Punkten einen der Top-Plaetze der Pinot Noirs Australiens erzielt und macht mir grossen Spass.
downunderwines: Herr Halliday, wir danken Ihnen fuer dieses Gespraech.
Und so bestaetigt James Halliday mein Bestreben, dass es in Australien eine fantastische Anzahl Wineries gibt, die erstklassige Weine produzieren. Auch er weiss, dass in Europa diese Weine wenig bekannt sind, Halliday bestaerkt mich in dem Bestreben, australische Boutique Wineries weiterhin der deutschsprachigen Kundschaft in Europa naeher zu bringen. Nun denn, wir arbeiten daran und freuen uns auf die vielen weiteren Tests …
Ihr Michael Brecht
Bay of Fires Arras, der Dom Perignon aus Tasmanien
Keine der bisherigen posts hat so viele visits, wie mein Bericht zu den australischen ‘sparkling wines’ – die Faszination Champagner scheint auch fuer Sie meine Leser eine Besondere zu sein.
Ich habe den Kommentar von Sarah zum Anlass genommen und den besagten Arras Sparkling der Bay of Fire Winery aus Tasmanien zu testen. Sarah hatte geschrieben, dass ein renommierter, franzoesischer Sommelier jenen Arras in einem ‘blind tasting’ fuer einen Tropfen aus seiner franzoesischen Heimat gehalten hatte. Mehr dazu in Sarah’s Kommentar koennen Sie hier lesen.
Als grosser Fan tasmanischer Ess- und Trinkkultur nahm ich diesen Kommentar besonders gerne auf.
Und ich wurde nicht enttaeuscht. Nur handverlesene Chardonnay und Pinot Noir Trauben finden Eingang in diesen erstklassigen Aussie Sparkling. Seine Farbe ist korngelb mit einem frischen gold-gruenen Untergrund. Das Bouquet offenbart frische Zitrusduefte und sein Geschmack zeigt neben Zitrusfruechten auch Truffel oder edle Pilzaromen. Seine grossartige Laenge zeigt mir, dass dieser Arras den gallischen Champagners ebenbuertig ist, ich favorisiere ihn klar gegen die vielen ‘me to’ Champagners und kann sehr wohl nachvollziehen, dass selbst erfahrene Sommerliers jenen Sparkling fuer franzoesisch halten.
Mit 13.2% ist der 2002er Arras dezent alkoholisiert, ein ausgezeichneter Wurf des damaligen Winemakers Ed Carr, der heute nicht mehr fuer Bay of Fires taetig ist. Wir geniessen dazu frische Meeresfruechte, denn wir sind fuer ein paar Tage an die South Coast gefahren, das Leben ist hart: 30 Grad am Tage und abends seafood mit Arras – ich gruesse Sie aus dem Sommer in downunder.
Michael Brecht
Keine Weine von Umweltsuendern!
In Australiens suedlichstem Staat Tasmanien ist seit mehreren Jahren ein Streit um den Neubau einer Zellstofffabrik entbrannt.
Die skrupellose Holz(abbau)firma Gunns, deren ehemaliger Gewerkschaftsboss heute der Premier von Tasmanien ist, plant im Naturschutzgebiet Tamar Valley eine Zellstofffabrik zu bauen und erhielt unter der ‘alten’ Regierung John Howards ein Sonderprivileg dafuer. Der Streit der Naturschuetzer und der Firma Gunns weitet sich inzwischen auf die Weinindustrie aus.
Seit Wochen meiden die Weinkenner in Tasmanien und den Grossstaedten Sydney und Melbourne den Kauf von Weinen, an denen das Unternehmen Gunns beteiligt ist. Die Weine des groessten tasmanischen Produzenten Tamar Ridge, aber auch die Weine von Rosevears Estate, Coombend Estate und selbst von Pirie, an denen Gunns mit einer Minderheit beteiligt ist, bleiben in vielen Restaurants und im Weinhandel aussen vor. Immerhin kontrolliert Gunns etwa ein Sechstel der tasmanischen Weinproduktion, doch der Aerger der Weinkenner ist verstaendlich:
die Zellstoffabrik soll inmitten eines Naturschutzgebietes gebaut werden, deren Umweltverschmutzung dann ganz direkt die Weinanbaugebiete im Tamar Valley betrifft. Eine solche Art der Beguenstigung eines Unternehmens auf Kosten der Umwelt ist weder fuer die direkt betroffenen Menschen in Tasmanien verstaendlich, noch wird es von den Weinkennern auf dem australischen Festland hingenommen. Und darum sagen auch wir: Haende weg von Weinen aus Weinguetern mit Gunns Beteiligung.
Stoney Rise: ein junger Pinot aus Tasmanien
Heute habe ich einen neuen Weinhaendler in Sydney ausprobiert. Mich reizt bei diesen Besuchen neben dem generellen Eindruck im Laden das Fachwissen des Personals und ich finde es enorm spannend, durch die Regale zu wandern und die Anordnung der vielen Flaschen zu bestaunen. Jener Weinhandel im Business District von Sydney gelegen zielt sichtlich auf die vielen Touristen ab, die hier das ein oder andere Flaeschchen erwerben. Die Preise jedenfalls versprechen anstaendige Margen, sie liegen zum Teil 40% oberhalb der Preise bei meinen anderen Weinhaendlern. Dafuer ueberraschte mich die Vielfalt und das ausgesprochene Fachwissen des Verkaeufers, Jason war in allen Fragen australischer und neuseelaendischer Weine geschult und gab mir freundlich Auskunft.
Schnell waren wir bei meinem Lieblingsthema, den Pinot Noirs angelangt und wir waren uns beide einig, dass die wohl derzeit besten Pinots Australiens aus Victoria stammen, er selbst empfahl mir die Gippsland Gegend, die ich bislang nicht richtig auf meinem Radar hatte und schwaermte ansonsten von Pinots aus Beechworth, jenem legendaeren Ort, an welchem Ned Kelly, der Robin Hood Australiens, im Gefaegnis sass. Zurueck zum Wein ueberzeugte Jason mich letztlich, heute abend einen Newcomer aus Tasmanien zu probieren, Stoney Rise stammt aus dem Tamar Valley, also jenem besagten Tal in Tasmanien, welches derzeit unter den Neubauprojekten einer Pulp Muehle durch die Firma Gunns leidet, das hingegen ist eine andere Geschichte und wuerde hier zu weit fuehren.
Der 2005er Stoney Rise ist ein fruchtiger, junger Pinot Noir, kommt mit 13.5% eher leicht daher und zeigt mit dem ersten Schluck die Qualitaeten eines jungen Tasmaniers: fruchtig, offen, eine gute Laenge mit einer kurzen Note an Holzgeschmack, die jedoch nicht unangenehm auffaellt. Der Winemaker Joe Holyman konzentriert sich seit 2004 auf Pinot Noirs und Chardonnay, also genau auf jene Weine, die in Tasmanien so vorzueglich gedeihen. Ich entdecke bei mir ein gewisses Faible fuer diese kleineren Familien- gefuehrten Weingueter, hier schmeckt man noch die Besonderheiten des kleinen, unternehmerischen Weinanbaus.
Der Stoney Rise 2005 Pinot Noir ist ein guter Wein fuer den alltaeglichen Schluck, passend zu Lamm oder Ente oder einfach nur als ein Glas Rotwein als chill-out nach einem anstrengenden Arbeitstag. Ein Photo der Flasche folgt dann spaeter.
Andrew Pirie: heimlicher Koenig Tasmaniens – mein Bericht zu seinem neuen Wein
Tasmanien, das ist das Schweden der Australier. Als letzte Bastion vor dem Suedpol finden wir hier herrliche Sommer und eiskalte Winter vor. Tasmanien, das ist die Heimat der verfeindeten Bierfans von James Boags und Cascade, das Erstere stammt aus dem noerdlichen Launceston, das Zweite aus dem suedlichen Hobart, gleichzeitig der Hauptstadt der Insel.
Kenner wissen die hiesigen Weine zu schaetzen und ich moechte heute von keinem Geringerem, als dem tasmanischen Weinpabst Andrew Pirie berichten. Andrew ist Doktor der Viticulture und gruendete 1972 das Weingut Pipers Brook zu einer Zeit, als in Tasmanien die wenigsten Menschen an zivilisierte Essensformen geschweige denn an Weinanbau dachten. Bis zum Verkauf von Pipers Brook im Jahr 2002 baute Andrew jenes Weingut zu einem der fuehrenden Weinnamen Australiens aus; es war dann aber an der Zeit fuer ihn, neue, eigene Wege zu gehen.
Ich selbst hatte 2004 das Vergnuegen, seine neuesten Weine, die er im wesentlichen unter eigenem Namen (Pirie Wines) vermarktet, vor Ort zu testen und ganz ehrlich gesagt war ich damals reichlich enttaeuscht. Der erste Jahrgang liess so viel von seinen beruehmten Vorgaengern aus dem Hause Pipers vermissen, von daher fasste ich keine Flasche seiner Jahrgaenge 2004 und 2005 mehr an und wagte mich vor wenigen Tagen erstmals wieder an einen Pinot aus dem juengsten Jahrgang 2006.
Und da war es dann wieder: das beruehmte Gefuehl, einen echten Pirie trinken zu duerfen. Ein so junger Wein (im Bild der Pirie South) mit einer eleganten Frische, grossartig zu Fleisch und eben auch Fisch (ohne den gegessen zu haben, duerfen Sie Tasmanien nicht wieder verlassen) – einfach ein Genuss und das zu Preisen von leicht oberhalb 10 EURO. Die Weine werden unter drei Labeln vermarktet, Pirie South als Einstiegsweine, Pirie Estate und Pirie Reserve als die up-market Varianten – jeder fuer seine Preiskategorie ein Genuss. Mal sehen,wie sich die Pipers Brook Weine inzwischen entwickelt haben, einen Test der beiden Gueter gegeneinander werde ich wohl bald einmal anstellen.




