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Wilde Fuechse aus den Adelaide Hills: der d’Arenberg Pinot Noir

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Feral Fox Pinot Noir aus dem Hause d'Arenberg

Heute moechte ich aus der Reihe ‚Meine Lieblingstraube ist und bleibt die Pinot Traube‘ einen grossartigen Vertreter der Pinot Noirs aus downunder vorstellen: den Feral Fox Pinot Noir aus dem Hause d’Arenberg. Die d’Arenbergs bauen seit dem Jahr 1912 im McLaren Vale Weintrauben an und gelten als einer der besten Produzenten des australischen Shiraz. Doch auch ausserhalb ihres Tales versteht es die Osborn Familie, die richtigen Trauben zu finden und dann in der hauseigenen Abfuellung in die Flasche zu bekommen.

In den Bergen vor Adelaide finden wir ein erstklassiges kuehleres Klima fuer Pinots, und hier reifen die Trauben fuer d’Arenbergs Pinot Noir. Ich probierte vor wenigen Tagen einmal den frischen 2006er Jahrgang, der erst seit kurzer Zeit in den oertlichen Weinregalen liegt. Nun bin ich durch die hiesigen Pinots inzwischen sehr verwoehnt und daher war ich anfangs skeptisch, ob die Waechter des Shiraz auch tatsaechlich einen Pinot mit der notwendigen Finesse produzieren koennen.

Das Ergebnis ist grossartig: ein eher erdig beginnender Geschmack fuehrt zu einem vollendeten langen Abgang, die Nachhaltigkeit der Aromen an Gaumen und Zunge nach dem Hinunter-Schlucken ist beeindruckend. Ich schmecke eine Serie an Waldbeeren, Himbeeren und vermerke ein angenehmes Zusammenspiel zwischen Saeuregrad und dem Geschmack nach 10 Monaten Verbleib in franzoesischen Eichenfaessern.

Der fuer einen Grauburgunder atypisch hohe Alkoholgehalt von 14,5% stoerte mich in diesem Fall nicht, ich bin ansonsten kein Freund dieser ‚ueber‘-alkoholisierten Kraftmeier. Und selbst die Farbe des Feral Fox liess eher an einen Shiraz als an einen solch jungen Pinot denken, auch wenn die Experten gerade bei den Pinot Noirs dazu raten, die Farbe besser nicht zu beachten, da sie bei diesen Weinen keine Rolle spielt.

Mit einem lokalen Preis von unter $30,00 (umgerechnet unter EUR 20,00) erhaelt man hier einen Pinot Noir, der tatsaechlich mit den grossen Pinots aus downunder und NZ mithalten kann.

Autor: Michael Brecht

Ich bin in Deutschland geboren und habe neben dem deutschen einen australischen Pass. In meiner Freizeit teste ich gerne Weine aus der alten und neuen Welt und schreibe meine Erfahrungen hier auf.